Text-Bild-Ansicht Band 228

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säumt lockere und dichte, sowie dünne und dicke Stoffe, ist deshalb nicht blos für den Familiengebrauch, sondern bis zu einem gewissen Grade auch für industrielle Zwecke zu verwenden.

W.

Elektrische Lampen.

Mit Abbildungen auf Tafel 8.

Auf dem von Ladyguine (1875 216 285) eingeschlagenen Wege weiter gehend hat sich Konn aus St. Petersburg 1875 die in Fig. 5 Taf. 8 abgebildete elektrische Lampe patentiren lassen. In dem kupfernen Fuſse A sind zwei Klemmschrauben N für die Leitungsdrähte angebracht und ein kleines Ventil k, welches sich nur von innen nach auſsen öffnet. Die eine Klemme N ist gegen A isolirt und leitend mit dem ebenfalls gegen A isolirten Kupferstabe D verbunden. Die andere Klemme steht durch A mit dem Kupferstabe C in Verbindung, welcher aus zwei Theilen besteht, nämlich aus einem an A unmittelbar befestigten Rohre und aus einem auf einen Theil seiner Länge geschlitzten Kupferstäbchen; der Schlitz gibt ihm eine gewisse Elasticität, so daſs er in dem Rohre verschoben werden kann, jedoch fest steht, sofern man nicht einen gewissen Druck auf ihn ausübt. Die oben erweiterte Glocke B ist an dem Fuſse A mittels einer Bronzeschraube L befestigt, welche unten auf einen Kautschukring drückt. Fünf Retortenkohlen E befinden sich zwischen den beiden Tischchen am Ende der Stäbe C und D; jeder Kohlenstab steckt in zwei Kohlenblöcken, aus denen je ein Kupferstäbchen vorsteht; diese Stäbchen in den unteren Blöcken haben gleiche, jene in den oberen ungleiche Länge. Eine Klappe I, welche an C mittels einer Angel befestigt ist, berührt immer nur ein Stäbchen.

Schaltet man diese Lampe in den Stromkreis, so geht der Strom zwischen C und D durch den Kohlenstab E und zwar über I und das Stäbchen F, durch die Blöcke O und das Stäbchen G. Mittels K ist vorher die Luft ausgepumpt worden. E wird rothglühend, weiſsglühend und leuchtet. Anfangs ist das Licht weiſs und beständig; dann verkleinert sich der Querschnitt von E allmälig, E zerbricht und das Licht verschwindet, I aber kommt auf ein anderes Kupferstäbchen zu liegen und das Licht wird fast augenblicklich wieder hergestellt. Sind alle 5 Kohlenstäbchen verbraucht, so ruht I auf dem Kupferstäbchen H und der Strom wird somit nicht unterbrochen; es stört also auch das Verlöschen einer Lampe die andern etwa in denselben Stromkreis eingeschalteten nicht. Das dünnwandige Kupferrohr M im unteren Theile der Glocke B verhütet, daſs die zerbrochenen Kohlenstäbe und ihre Blöcke gegen das Glas fallen.