Text-Bild-Ansicht Band 228

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unter Wasser bleibt. Erfahrungsmäſsig genügt dieser Zeitraum, um den Wasserinhalt der abgekühlten Wärmflaschen auf etwa 90° zu erwärmen. Die Bedienung des Paternosterwerkes geschieht durch 2 Arbeiter, deren einer die kalten Wärmflaschen in die Kännchen einlegt, während der andere die erwärmten in Empfang nimmt und auf einen dreirädrigen kleinen eisernen Karren ladet, mittels welchen ein dritter Arbeiter dieselben vor die am Perron haltenden Eisenbahnwagen führt, um sie dort gegen die abgekühlten Wärmflaschen auszuwechseln.

An dem einen Lagerbock der oberen Kettenräder des Paternosterwerkes sind Führungsleisten angebracht, durch welche einerseits das gerade 900mm über Fuſsboden befindliche, abwärts gehende Kännchen nach auswärts so geneigt wird, daſs ein bequemes Einlegen der Wärmflasche erfolgen kann, während das geradeüber liegende Kännchen so weit umgekippt wird, daſs die in ihm befindliche, aus dem Wasserbade kommende Wärmflasche auf eine davor angebrachte, schräg geneigte Tischplatte geschüttet wird; hierbei gleitet dieselbe durch zwei breite Bürsten hindurch, welche das anhängende Wasser zum groſsen Theil entfernen.

Bei voller Ladung faſst das Paternosterwerk 34 Wärmflaschen, von denen 24 bis 26 gleichzeitig im Wasserbade befindlich sind; da, wie oben erwähnt, die Zeit des Durchganges einer Flasche durch das Wasserbad etwa 5 Minuten beträgt, so wird alle 12 Secunden eine auf 90° erwärmte Flasche auf den Empfangstisch abgegeben. Die Wärmflaschen werden im Herbst mit Wasser gefüllt, gut verschlossen und erst nach Beendigung der Heizperiode, im Frühjahr, wieder entleert.

Im vergangenen Winter waren auf der französischen Ostbahn mehr als 11000 derartiger Wärmflaschen im Gebrauch und betrug beispielsweise die Zahl der vom 8. März bis 15. Mai 1877 auf die oben beschriebene Weise wiedererwärmten Flaschen 1060000.

Die Herstellungskosten einer solchen Heizstation belaufen sich abgesehen derjenigen des kleinen Gebäudes auf 14160 M., nämlich für die gemauerte Cysterne 2640 M., das Paternosterwerk 2600 M., der Dampfkessel von 40qm Heizfläche, die Dampfpumpe und Betriebsmaschine und die Rohrleitung 8920 M.

Die Betriebskosten betragen für die Wärmflasche durchschnittlich 1,92 Pf.

Eine ausführliche Beschreibung und Zeichnung der Anlage findet sich in L. Regray: Le chauffage des voitures etc. S. 352 bis 356 Taf. 31; ferner im Auszuge in dem Bulletin de la Société d'Encouragement, 1877 Bd. 4 S. 489 und der Revue universelle de mines, 1878 Bd. 3 S. 235.

L. P.

Kettenbaumbremse von G. Hopwood in Blackburn.

Mit Abbildungen auf Tafel 35.

Diese in Fig. 6 und 7 Taf. 35 nach dem Textile Manufacturer, 1877 B. 406 gezeichnete Vorrichtung ist an beiden Enden des Garnbaumes a