Text-Bild-Ansicht Band 228

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Niederschlag an Wasserstoffhyperoxyd ist. Der Regen hat sich als weit reicher an Hyperoxyd erwiesen als der Schnee; aus der Meteorologie ist aber bekannt, daſs die Regenwolken in der Luft höher schweben als die Schneewolken. Nebel und Eisnadeln, welche sich sehr nahe an der Erdoberfläche bilden, sind im Allgemeinen sehr arm, und der auf der Erdoberfläche selbst sich condensirende Thau und der Reif geben niemals Reactionen auf Wasserstoffhyperoxyd. Je schneller im Allgemeinen die Wiederverdichtung des vom Erdboden verdampften Wassers eintritt, und in je geringerer Entfernung vom Orte der Verdampfung sich diese Wiederverdichtung vollzieht, desto ärmer ist der entstehende Niederschlag an Hyperoxyd; Thau, Reif, der beim Erscheinen einer kalten Luftschicht über warmem feuchtem Boden entstehende Nebel, ebenso wie die unter ähnlichen Umständen sich bildenden Eisnadeln sind entweder frei von Hyperoxyd oder doch arm daran; derjenige Nebel dagegen, welcher bei Eintritt von warmem feuchtem Wetter nach kaltem erscheint, ebenso der unter ähnlichen Umständen erscheinende, nicht durch Wärmeausstrahlung bedingte Thau des Sommers, sowie auch der Rauhfrost und das Glatteis des Winters sind reicher; noch mehr enthalten aber der Schnee und Regen. (Nach den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1878 S. 874.)

Analyse des Uranprotoxydes aus Joachimsthal.

Nach gef. Mittheilung des Hrn. Dr. E. Priwoznik finden sich in der Analyse des Uranprotoxydes, wie sie im Jahrbuch für Berg- und Hüttenwesen, 1878 S. 208 mitgetheilt ist, einige Druckfehler, nach deren Richtigstellung die Zusammensetzung des Uranprotoxydes aus Joachimsthal folgende ist:

Uranoxyduloxyd (U4O5) 97,98 Proc. (Uran 83,85)
Bleioxyd Spur
Eisenoxyd Spur
Kalk 0,33
Magnesia Spur
Kali Spur
Natron 0,44
Arsensäure 0,57
Vanadinsäure Spur
Kieselsäure, in Säuren löslich 0,05
Unlöslicher Theil, der Hauptmasse nach aus
Kieselsäure und Thonerde bestehend

0,45
–––––
99,82.

Zur Thonanalyse.

Wie früher schon Seger, so hat jetzt auch E. Laufer (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1878 S. 935) gefunden, daſs eine Trennung von Quarz mit Silicaten durch schmelzendes Phosphorsalz nicht ausführbar ist, da auch der Quarz stark angegriffen wird. Ein Glindower Thon z.B. gab mit Phosphorsalz ein reines, durchsichtiges Glas. Aus demselben Grunde ist auch diese Trennung durch Erhitzen mit Phosphorsäure auf 200° nicht brauchbar. (Vgl. S. 67 d. Bd.)

Giftiger Honig.

Ein Krankheitsfall, welcher den Kriegs-Correspondenten der Daily News vor Kurzem in Armenien befiel, erinnert wieder an die schon lange bekannte, aber wieder in Vergessenheit gekommene Thatsache, daſs der Honig mitunter giftige Eigenschaften besitzt. Der Correspondent trank nämlich Wasser, welches mit Honig versüſst worden war, und wurde bald darauf von Kopfweh, Brechen, Kälte in den Extremitäten, temporärer Blindheit befallen und wäre beinahe gestorben. Man hatte erst Verdacht gegen den Gastwirth wegen absichtlicher Vergiftung, und er wurde arretirt; aber bei der Prüfung des Honigs, der aus dem Thale Batum war, wo Schierling und Bilsen in Menge vorkommen, erkannte