Text-Bild-Ansicht Band 228

Bild:
<< vorherige Seite

Temperatur 30 bis 35° das Temperaturoptimum für Bacterium Termo, das der Entwicklung des Bacillus schaden könnte; bei 40° verfällt es in Wärmestarre; vom Beginn der Gährung an kann es wegen Abwesenheit von Sauerstoff nicht mehr schaden.

Um die Buttersäure ganz sicher frei von Essigsäure zu erhalten, ist es wohl am einfachsten, anstatt der theoretischen, nach der Menge des angewendeten, kohlensauren Kalkes berechneten Menge Salzsäure, so viel weniger zu nehmen, als der Essigsäure-Menge entspricht; dieselbe bleibt alsdann im Destillationsgefäſs zurück.

Ueber den Aschengehalt des Gehirnes.

Nach vier Analysen von E. G. Geoghegan (Zeitschrift für physiologische Chemie, 1878 Bd. 1 S. 330) hatte die Asche von 1000 Th. Gehirnsubstanz folgende Zusammensetzung:

I II III IV
K2SO4 0,411 0,184 0,246 0,218
KCl 2,524 0,904 2,776 2,038
HK2PO4 0,266 0,052 0,472 0,534
Ca3(PO4)2 0,013 0,052 0,036 0,056
MgHPO4 0,084 0,340 0,300 0,360
HNa2PO4 1,752 0,824 2,212 1,148
Na2CO3 1,148 0,392 0,440 0,748
Uebrige CO3 0,082 0,004
Uebriges Na 0,034 0,064
Fe(PO4)2 0,010 0,096 0,048 0,016.

Ueber das Tereben.

Zur Herstellung des neuerdings als Wundverbandmittel verwendeten Terebens werden nach H. Hager (Chemisches Centralblatt, 1878 S. 52) 1000 Th. französisches Terpentinöl in eine Retorte gegeben, welche in eiskaltes Wasser gestellt ist. Nun werden mittels eines engen Trichters in das Terpentinöl tropfenweise und unter sanftem Umschütteln 50 Th. Schwefelsäure eingetragen. Die Retorte wird in ein Sand- oder Oelbad eingelegt und erhitzt, wobei eine über 210° hinausgehende Temperatur möglichst zu vermeiden ist. Die Destillation wird so lange unter der erwähnten Temperatur fortgesetzt, als Flüssigkeit überdestillirt. Das Destillat enthält noch unzersetztes Terpentinöl. Man versetzt es daher wiederum in der angegebenen Weise mit 5 Proc. Schwefelsäure und destillirt aufs Neue, wobei ebenfalls eine Ueberschreitung einer Temperatur von 210° zu vermeiden ist. Das zweite Destillat wird mit Natroncarbonatlösung durchschüttelt, nach dem Absetzen decantirt und rectificirt. Das Rectificat ist für die therapeutische Verwendung genügend rein. Zur Darstellung eines reinen und optisch völlig unwirksamen Terebens müſste auch noch eine dritte Destillation mit Schwefelsäure vorgenommen werden.

Das Tereben ist eine farblose klare, einem ätherischen Oele ähnliche, nach Thymian riechende Flüssigkeit von 0,860 sp. G. mit dem Siedepunkte von 156°.

Malachitgrün, ein neuer Anilinfarbstoff.

Dr. O. Döbner in Berlin hat durch directe Wechselwirkung von Benzotrichlorid C6H5CCl3 und Dimethylanilin C6H5N(CH3)2 bei Gegenwart von Metallchloriden einen neuen grünen Farbstoff erhalten, welcher zugleich der Repräsentant einer ganzen Reihe analog construirter Farbstoffe ist. Verfasser hat demselben den Namen Malachitgrün gegeben und nach den Sitzungsberichten des Vereines zur Beförderung des Gewerbfleiſses, 1878 S. 132 die fabrikmäſsige Darstellung desselben der Actiengesellschaft für Anilinfarbenfabrikation in Berlin überlassen.

Das Malachitgrün zeichnet sich vor dem Methylgrün durch eine Reihe bemerkenswerther Vorzüge aus. Zunächst kann es zu einem erheblich billigeren