Text-Bild-Ansicht Band 228

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Preise hergestellt werden als dieses. Es hat ferner gegenüber dem Methyl-grün den Vorzug gröſserer Echtheit und Beständigkeit gegen hohe Temperatur, gegen Seifen und Säuren. Während das Methylgrün beim Erhitzen auf 100° unter Uebergang in Violett sich zersetzt (vgl. Jodgrün 1874 211 384), verträgt das neue Grün eine hohe Temperatur ohne Veränderung. Es kann kochend ausgefärbt werden, verträgt ein schwachsaures Bad und erlaubt somit die gleichzeitige Anwendung von Pikrinsäure und anderen Farbstoffen von säureähnlichem Charakter. Im Uebrigen wird das Malachitgrün in der Seide-, Woll- und Baumwollfärberei genau in derselben Weise verwendet wie das Methylgrün. Die dunkleren Nuancen zeichnen sich durch kräftiges reines Grün aus, während die dunklen Töne des Methylgrüns stark ins Blaue übergehen.

Mittel gegen das Nachgrünen des Anilinschwarz.

F. Lamy, von der Ansicht ausgehend, das Nachgrünen des Anilinschwarz beruhe auf einer Desoxydation desselben, empfiehlt im Bulletin de Rouen, 1877 S. 109 die bedruckte Baumwolle nach dem feuchten Verhängen durch eine Chromflotte von folgender Zusammensetzung zu nehmen: 1000l kochend heiſses Wasser in einer Rollenkufe enthalten 10k rothes chromsaures Kali und 10k Kieselfluorwasserstoffsäure vom sp. G. 1,208 (oder statt letzterer 4k,250 Schwefelsäure vom sp. G. 1,834). Die Waare geht breit durch dieses heiſse Chrombad, hält sich 1½ bis 2 Minuten darin auf, wird dann gewaschen und ½ Stunde bei 60° geseift (mit 3g Seife auf 1l Wasser), nochmals gewaschen und getrocknet. Für Weiſsbodenartikel läſst Lamy die Stücke aus dem Chromkasten direct in eine zweite Rollenkufe gehen, welche mit verdünnter, kochend heiſser Natronlauge (auf 1l Wasser 2g Natronlauge vom sp. G. 1,330) oder mit kochend heiſsem Kalkwasser (5g gebrannten Kalk auf 1l Wasser) angesetzt ist. – Will man das Chromiren nicht in einer Rollenkufe, sondern in einer gewöhnlichen Farbkufe vornehmen, so nimmt man auf 1l kochend heiſses Wasser, 1g rothes chromsaures Kali und 1g von jener Kieselfluorwasserstoffsäure oder statt letzterer 0g,4 Schwefelsäure vom sp. G. 1,834, läſst die Waare ½ Stunde in diesem Bad laufen, worauf sie wieder gewaschen, geseift und getrocknet wird.

Ein derartig behandeltes Anilinschwarz, insbesondere wenn es mit weinsaurem Anilin und in genügender Concentration hergestellt und in dem Oxydationsraume richtig behandelt worden ist, läſst kein Nachgrünen befürchten; es widersteht der Einwirkung sowohl der Salzsäure als der schwefligen Säure, wie es auch unter dem Einfluſs des Lichtes und der Luft keine Veränderung erleidet; nur gegen Chlor ist es etwas empfindlicher als ein nicht gechromtes Anilinschwarz. Werden mehr als 10g rothes Chromkali auf 1l Wasser genommen, so steht eine Schwächung des Schwarz und des Gewebefadens zu befürchten.

Das Verfahren läſst sich auch anwenden für Schwarz, welches schon im Sodabad fixirt und degummirt ist.

Aetzfarben auf Küpenblau; von O. Scheurer.

Die vorläufige Notiz Scheurer's über ein neues Aetzweiſs auf Küpenblau (S. 192 d. Bd.) wird vom Verfasser in einer neueren Mittheilung (Bulletin de Mulhouse, 1878 S. 110) ausführlicher besprochen. Hiernach wird die Mennige mit Gummi verdickt, auf küpenblau gefärbte Baumwolle gedruckt, und hernach die bedruckte Waare durch ganz verdünnte, kalte Salzsäure von 1,0035 sp. G. genommen. Eine Minute Aufenthalt in diesem Säurebad genügt, um ein ganz reines Weiſs auf blauem Grund zu erhalten. Nimmt man die Säure noch um die Hälfte schwächer, so wird das Blau in gleicher Weise von der aufgedruckten Mennige weggeätzt; nur muſs alsdann der Aufenthalt in der Säure entsprechend länger dauern. Aus dem Säurebad geht die Waare in kochendes Wasser, um das schwer lösliche Chlorblei von dem Gewebe zu entfernen. Die Reinigung vom Chlorblei gelingt übrigens nicht so vollständig, als wünschenswerth