Text-Bild-Ansicht Band 229

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Schwefelkohlenstofflampe zur Desinfection von Kellern und zum Einschwefeln der Fässer.

Die Lampe besteht nach F. König (Pharmaceutische Centralhalle, 1878 S. 119) aus einer kleinen zweihalsigen Woulff'schen Flasche von etwa 200cc Inhalt, deren eine Oeffnung mit einem durchbohrten Korke verschlossen ist, in welchem sich eine gerade, einen baumwollenen federkieldicken Docht tragende Glasröhre befindet, die bis auf den Boden der Flasche reicht. Die zweite Oeffnung, durch welche man den Schwefelkohlenstoff einbringt, ist durch einen Kork geschlossen, der ein möglichst enges, rechtwinklig gebogenes Glasröhrchen trägt. Das Ende dieses Röhrchens muss von dem Dochte der Flamme möglichst entfernt sein. Das Fläschchen wird zu ¾ mit Schwefelkohlenstoff gefüllt, wobei wegen der Explosibilität des Schwefelkohlenstoffdampfes grosse Vorsicht geboten ist. Reicht die den Docht enthaltende Röhre möglichst bis auf den Boden der Flasche, so ist die Anwendung der Lampe gefahrlos. Soll die Lampe zum Einschwefeln von Fässern verwendet werden, so wird die den Docht tragende Röhre rechtwinklig umgebogen und die Flamme durch das seitliche Zugloch in das Fass eingeführt.

Verfälschung des Bieres durch schweflige Säure.

Zur Nachweisung des namentlich den obergährigen Bieren oft zugesetzten zweifach schwefligsauren Calciums versetzt man nach J. A. Pabst (Bulletin de la Société chimique, 1878 Bd. 29 S. 289) 50cc Bier mit 20cc Wasser und 2g Schwefelsäure, erwärmt auf 50° und leitet einen Strom Luft hindurch, der dann durch eine Lösung von Chlorbarium streicht, welche mit Salzsäure und etwas Jodlösung versetzt ist. Bei Gegenwart von schwefliger Säure entsteht ein Niederschlag von Bariumsulfat.

Ueber das Reifen der Trauben.

Nach C. St. Pierre und L. Magnien (Comptes rendus, 1878 Bd. 86 S. 249) entwickeln die Trauben während ihrer Reife Kohlensäure, und zwar ist die Menge derselben immer grösser als die des aufgenommenen Sauerstoffes. Sie geben in trocknen Räumen Wasser ab und nehmen solches in feuchten auf. Die Säuren und die Glycose bilden sich in der Pflanze und werden durch den Saft den Trauben zugeführt. Hier werden die Säuren verbrannt, bei fortgeschrittener Reife auch der Zucker.

Zur Kenntniss der Glycose.

Einer Untersuchung von O. Hesse (Liebig's Annalen der Chemie, 1878 Bd. 192 S. 169) über Glycose entnehmen wir die Beobachtung, dass Glycoselösungen an Rotationskraft verlieren, wenn sie längere Zeit an der Luft erwärmt werden.

Essigsaures und ameisensaures Kupfer als Reagentien auf Traubenzucker.

Barfoed zeigte früher, dass essigsaures Kupfer in wässeriger oder essigsaurer Lösung ein sicheres Mittel zur Nachweisung des Traubenzuckers in Gegenwart von Dextrin, Milchzucker oder Rohrzucker ist, welche Kupferoxyd in alkoholischer Lösung reduciren. W. Müller (Pflüger's Archiv, 1877 Bd. 16 S. 551) bestätigt, dass man mit der wässerigen Lösung von essigsaurem Kupfer noch 0,01, mit Essigsäurehaltigen 0,02 Proc. Traubenzucker nachweisen kann. Ameisensaures Kupfer ist hierzu unbrauchbar.