Text-Bild-Ansicht Band 229

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befindliche Mutter d danach ein, und es wird dann beim Ziehen der stärkeren Linie durch einen Druck mit dem Daumen auf das Knöpfchen des Keiles die zweite Federzunge gegen die eingestellte Mutter d gedrückt und so die Feder erweitert. Ohne besondere Fertigkeit kann man mit dieser Handreissfeder schnell und gleichmässig Zeichnungen mit Licht- und Schattenlinien herstellen, sowie auch, ohne die Feder verstellen zu müssen, jede Schraffur ausführen.

Fig. 3 und 4 Taf. 30 zeigen eine Einsatzreissfeder von fast gleicher Construction; nur ist hier zwischen Stellschraube b und der Keilfederbefestigung noch ein Gelenk y angebracht. Wird der Reissfeder beim Ziehen ein grösserer Druck ertheilt, so biegt dieselbe im Gelenk y ein und der Keil öffnet dem Drucke entsprechend die Feder. Auf diese Weise ist es möglich, eine Kreislinie mit Licht und Schatten von grösster Vollkommenheit herstellen zu können.

Einen nicht zu unterschätzenden Vortheil bietet vorstehende Reissfeder construction beim Reinigen der Feder, weil hier eine Verstellung der Feder nicht nöthig ist, da die Zungen durch den Keil geöffnet werden können. Die Federn sind von Joh. Bayer in Nürnberg zu beziehen und kostet eine Handreissfeder 3,0 bezieh. 3,5 M., eine Einsatzreissfeder 2,5 bezieh. 3 M.

H. H.

Thomas' Revolver; von F. Hentsch.

Mit Abbildungen auf Tafel 30.

Ein von anderen Waffen derselben Gattung betreffs der Verbindung von Lauf und Gestell und der Art des Auswerfens der Patronenhülsen abweichender, in Amerika patentirter Revolver ist von Thomas construirt worden. Während bei anderen Revolvern entweder der Lauf unverrückbar mit dem Gestelle oder durch ein Gelenk mit letzterem verbunden, der Auswerfestern beweglich ist und die Ladetrommel auf ihrem Platze verharrt, dreht sich bei dem vorliegenden Modelle der Lauf in dem Gestelle, ist ferner zugleich mit der Ladetrommel verschiebbar und der Auszieher unverrückbar angebracht. Auf Taf. 30 zeigen Fig. 8 Ansicht des Revolvers fertig zum Abfeuern, Fig. 9 dieselbe Ansicht nach dem Auswerfen der abgeschossenen Patronenhülse, Fig. 10 Längenschnitt in der Stellung Fig. 8 und Fig. 11 bis 15 stellen einzelne Theile des Revolvers dar.

In dem starken, aus einem Stücke bestehenden Gestelle oder Rahmen a ist in der vorderen Wand der Lauf c so befestigt, dass er – abweichend von allen anderen Waffen dieser Gattung – in den zur Aufnahme der Ladetrommel b bestimmten Raum d eintritt, über die