Text-Bild-Ansicht Band 229

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war, zeigt Quincke durch folgendes. Nach dem Genusse von Brausepulver mit sehr wenig Wasser zeigte sich keine Vermehrung der Urinausscheidung, wie sie hätte eintreten müssen, wenn die Kohlensäure reflectorisch vom Magen her die stärkere Diurese verursachte. Auch die übrigen Erscheinungen nach dem Genüsse von Kohlensäure-haltigen Getränken führt Verfasser hauptsächlich auf die durch die Gegenwart der Kohlensäure beschleunigte Resorption zurück (schnell vorübergehende Plethora, schnellerer Uebertritt des in der Flüssigkeit etwa enthaltenen Alkohols u. dgl.). Versuche, die an einem Magenfistelhunde mit Einleitung von Sodawasser angestellt wurden, ergaben fast gar keinen Einflute auf Blutdruck und Puls, Verlangsamung und Vertiefung der Athmung. Die zuweilen beobachtete Pulsverlangsamung wird auf mechanische Ausdehnung des Magens bezogen, welche Pulsverlangsamung reflectorisch verursacht.

Untersuchung von Milch auf Wasser und Fett.

W. C. Heräus empfiehlt im Archiv der Pharmacie, 1878 Bd. 9 S. 443 folgende einfache Untersuchungsmethode. Ein flaches Silberschälchen 8cm lang, 2cm breit, 1cm tief, wird, mit etwas Glas und 10g Milch beschickt, in ein eisernes Gasrohr geschoben, das an einem gut ziehenden Kamin oder Bunserischen Saugrohr hängt. Mit Gummischlauch wird ein zweites Gasrohr, das mit Aetzkalk gefüllt ist, angehängt und nun die durch Kalk streichende, auf 35° erwärmte Luft durch das Rohr, das die Milchschale enthält, geleitet. In ½ Stunde ist die Milch eingetrocknet und wird das Wasser bestimmt, mit Petroläther der Rückstand ausgezogen und durch den Verlust der Buttergehalt bestimmt.

Unterscheidung von geöltem und nicht geöltem Weizen.

Nach C. Himly (Untersuchungen und Arbeiten aus dem Universitätslaboratorium in Kiel, 1878 S. 9) schüttelt man in einem völlig reinen und trockenen Gläschen den zu untersuchenden Weizen mit einer kleinen Menge des zum Bedrucken von Aufschriftkarten u. dgl. angewendeten feinst gemahlenen Bronzepulvers. Darauf schüttet man auf trockenes Filtrirpapier den Weizen aus und reibt denselben damit. War der Weizen geölt, so vergoldet er sich bei dieser Behandlung sehr schön- von reinem Weizen reibt sich das Bronzepulver wieder ab.

Ueber den Einfluss der Nahrung auf die Knochenbildung.

Durch Versuche an jungen Thieren hat Lehmann (Chemisches Centralblatt, 1878 S. 495) gezeigt, dass eine an Phosphaten ungenügende Nahrung nicht allein die Ausbildung des Skeletes, sondern auch die einzelnen Theile desselben wesentlich beeinflusst. Bei einem jungen Schweine, welches Verfasser 126 Tage lang nur mit Kartoffeln ernährt hatte, war Rachitis die Folge einer solchen mangelhaften Nahrung. Bei anderen von demselben Wurfe stammenden Schweinen, welche Kartoffeln, ausgelaugtes Fleischmehl und ausserdem noch Phosphate als Nahrung gleich lange Zeit erhalten hatten, waren die Skelete normal ausgebildet. Jedoch fanden auch bei diesen Thieren Unterschiede je nach der Art der zugesetzten Phosphate statt, indem zwei mit phosphorsaurem Kalium ernährte Thiere porösere und specifisch leichtere Knochen hatten, als die mit diesem Salze in Verbindung mit phosphorsaurem und kohlensaurem Calcium gefütterten Schweine.

Quantitative Bestimmung des Weingeist- und Extractgehaltes der Weine.

Bei Weinuntersuchungen ist die Bestimmung des Extractgehaltes bekanntlich schwierig und umständlich, weil hierbei eine nicht trockene hygroskopische Masse erhalten wird. Bei der bisher üblichen Methode, den Wein im Wasserbade