Text-Bild-Ansicht Band 229

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Wasser entsteht, so ist klar, dass beim Gefrieren der Zelleninhalt concentrirter wird. Je tiefer die Temperatur sinkt, um so mehr Wasser tritt aus den Zellen heraus und um so grösser werden die Eisstücke. Diese Wasserentziehung kann wahrscheinlich bei ganz niederer Temperatur so weit schreiten, dass innerhalb der Zellen chemische Zersetzungen vor sich gehen, welche den Tod derselben herbeiführen. Es ist jedoch nicht anzunehmen, dass bei den bei uns in Betracht kommenden Kältegraden eine solche Art. des Erfrierens stattfindet. Lässt man eine Pflanze langsam aufthauen, so verschwinden die Eiskrystalle, ohne dass das Auftreten von flüssigem Wasser bemerkbar wird. Es wird dieses von den Zellen sogleich aufgenommen. Erfolgt jenes Aufthauen langsam, so stirbt die Pflanze meist nicht ab; vollzieht es sich jedoch rasch, so scheinen durch die schnelle Wasseraufnahme Structurveränderungen in den Zellen vor sich zu gehen, wodurch der Tod derselben herbeigeführt wird; die Pflanze erfriert. Zwar ist dieser letztere Vorgang nicht vollständig aufgeklärt; allein es ist Thatsache, dass die Pflanzen in den meisten Fällen nicht durch das Gefrieren selbst, sondern durch das rasche Aufthauen aus dem erstarrten Zustande getödtet werden.

In den Annalen der Oenologie, 1878 S. 207 bezieh. 266 bespricht G. Bauer in einem durch gute Abbildungen erläuterten Aufsatze die natürlichen Feinde der Phylloxera und G. Briosi die Phytoptose des Weinstockes – eine Krankheit, die von einem Acarus, dem Phytoptus, hervorgerufen wird. Auf beide umfassende Abhandlungen kann hier nur verwiesen werden.

Ueber den Farbstoff des Weines.

A. Gautier (Comptes rendus, 1878 Bd. 86 S. 1507. Bd. 87 S. 64) hat aus den Trauben und dem Weine von Carignan den Farbstoff als violettrothes Pulver abgeschieden, unlöslich in Wasser und Aether, in Alkohol mit prächtig carminrother Farbe löslich. Die Zusammensetzung entspricht der Formel C21H20O10. Der Farbstoff eines früher untersuchten Weines (Gamay) entsprach der Formel C20H20O10, der eines anderen (Grenache) C23H22O10. Ausserdem hat er ein indigoblaues Pulver aus dem Carignanwein abgeschieden von der Formel C63H60FeN2O30.

Ammoniakgehalt des Meerwassers.

Nach L. Dieulafait enthält 1l Meerwasser aus dem Mittelländischen Meere an der französischen Küste 0,22, aus dem Golf von Bengalen 0,13 und von der Küste von Cochinchina 0mg,36 Ammoniak. Bezüglich der geologischen Folgerungen, welche der Verf. aus dem Ammoniakgehalt der salzführenden Schichten zieht, muss auf die Quelle (Comptes rendus, 1878 Bd. 86 S. 1470) verwiesen werden.

Zersetzung von kohlensaurem Barium.

Nach den Versuchen von Isambert (Comptes rendus, 1878 Bd. 86 S. 332) Wird kohlensaures Barium durch Glühen für sich fast gar nicht zersetzt, leicht, wenn dasselbe mit Kohle gemischt ist. Auch das Ueberleiten von Stickstoff beschleunigt die Zersetzung.

Erstarrungstemperatur von Gemischen von Fettsäuren.

Nach Leon Droux1) verwenden die nach seinem System (*1876 219 518) arbeitenden Stearinkerzenfabriken folgende Tabelle über die Erstarrungstemperaturen der Fettsäuregemische:

1)

Rud. v. Wagner: Jahresbericht über die Leistungen der chemischen Technologie mit besonderer Berücksichtigung der Gewerbestatistik für das Jahr 1877. 1143 S. in gr. 8. Mit 45 Holzschnitten. (Leipzig 1878. Otto Wiegand.)