Text-Bild-Ansicht Band 230

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In wieweit es sich empfiehlt, in Deutschland amerikanische Reben, die gegen die Phylloxera widerstandsfähiger sind, einzuführen, gingen die Ansichten noch aus einander, ebenso über die sonstigen, gegen die Phylloxera zu ergreifenden Schutzmittel.

Zur Bestimmung des Traubenzuckers.

E. O. Erdmann erinnert daran, dass man mit dem Wasserlein'schen Polarisationsapparat nur etwa die Hälfte des wirklich vorhandenen Traubenzuckers findet, dass daher die Apparate von Wild und Laurent (* 1877 223 608) vorzuziehen sind.

Herstellung eines neuen Faserstoffes aus Hopfenranken.

Nach J. D. Nördlinger in Stuttgart (D. R. P. Nr. 860 vom 23. September 1877) werden Hopfenstengel oder Ranken in einem geschlossenen Topfe oder Kessel etwa ¾ Stunden in Wasser gekocht, welchem etwas Seife und Soda zugesetzt ist. Hierauf werden die so vorgerichteten Stengel in reinem Wasser ausgewaschenen, die Fasern abgezogen, aufs Neue in Wasser mit einem Zusatz von Weinessig oder Essigsäure ¾ Stunden lang gekocht, zuletzt diese in reinem Wasser ausgewaschen, getrocknet und sind dann zum Hecheln fertig. Die so erhaltene Faser soll dem Flachs ähnlich sein, an Weichheit und Haltbarkeit, aber die übrigen Faserstoffe übertreffen.

Verfahren zum Schütze gegen Hausschwamm.

Dr. H. Zerenner in Magdeburg (D. R. P. Nr. 378 vom 10. Juli 1877) empfiehlt gegen Hausschwamm die Holztheile mit Wasserglas, dem 6 Proc. Kochsalz und 3 Proc. Borsäure zugesetzt ist, zu bestreichen, zur Fussbodenfüllung aber Infusorienerde zu verwenden, der ebenfalls 6 Proc. Kochsalz und 3 Proc. Borsäure zugesetzt wurde. Die Infusorienerde soll dadurch wirken, dass sie alle Feuchtigkeit anzieht und so die Holztheile trocken hält. Wodurch dann aber die Infusorienerde dieses Wasser wieder los werden soll, um später neue Wassermengen aufsaugen zu können, ist nicht angegeben.

Mittel gegen Sauerwurm und Blattläuse.

Als Mittel gegen Blattläuse, Sauerwurm an Rebenblüthen und andere Insecten empfiehlt Nessler in der Weinlaube, 1878 S. 250 ein Gemisch von 1l 90proc. Weingeist, 2l Wasser und 360cc Amylalkohol, mittels Oelkännchen aufzuspritzen.

Bernsteinseife.

O. Thümmel in Berlin (D. R. P. Nr. 1893 vom 23. December 1877) erhitzt gleiche Theile gepulverten Bernstein- und Cocosnussöles auf 125°, setzt noch allmälig 50 Proc. Cocosöl zu, lässt erkalten, fügt nochmals gleiche Theile Cocosnussöl und 5 Proc. Palmenöl hinzu und verseift das Gemisch.

Verfahren zur Erzeugung eines höheren Glanzes bei der Verzinnung des Weissbleches.

Die Westfälische Union in Hamm (* D. R. P. Nr. 1620 vom 3. Januar 1878) erzielt dadurch einen so schönen Glanz des Weissbleches, wie er angeblich auf andere Weise nicht erreicht wird, dass die Bleche, sobald sie aus dem heissen Zinnbad durch die Walzen in die Höhe steigen, durch einen aufgeblasenen kalten Luftstrom rasch abgekühlt werden.