Text-Bild-Ansicht Band 231

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Eingebrannte Lichtdrucke. Ganz neuerdings werden mit Schmelzfarben bedruckte photographische Bilder nach einem äusserst sinnreichen Verfahren zum Einbrennen auf Porzellan, Glas, Fayence und ähnlichen Materialien verwendet. Der Erfinder, Joh. H. Strumper, von der wohlbekannten Firma Strumper und Comp. in Hamburg, geht in der Weise zu Werke, dass er Pyroxylinpapier oder sonst ein nitrirtes, feines Papier mit einer Photographie bedruckt, statt gewöhnlichem Druckerfirniss aber einen Firniss verwendet, der aus einer Schmelzfarbe und einem in der Hitze sich vollständig verflüchtigenden Oel besteht. Das nitrirte Papier wird zuvor mit Stärke oder mit einem anderen vegetabilischen Kleister bestrichen und, nachdem das Lichtbild darauf übertragen ist, mit Wasser oder leicht verdünnter Salpetersäure angefeuchtet, sodann auf das Porzellan, Glas o. dgl. durch schwachen Druck befestigt. Man lässt das Bild mit dem Papier zusammen eintrocknen und bringt darauf den Gegenstand zum Einbrennen in den Ofen. Das Papier verbrennt vollständig, ohne der Reinheit der Farbe Eintrag zu thun, und man erhält auf diese Weise ein scharfes Bild. Sollen mehrere Farben neben einander oder über einander auf den Gegenstand übertragen werden, so werden mit Hilfe mehrerer Negative desselben Bildes die betreffenden Farbendrucke auf Papier der vorher beschriebenen Art gedruckt und neben bezieh. über einander auf das Porzellan, Glas u. dgl. in feuchtem Zustande aufgetragen und gleichzeitig oder, wenn solches für einzelne Farben nöthig ist, nach einander eingebrannt. (Vgl. D. R. P. Nr. 1384 vom 19. December 1877.)

Ueber nasse Processe bei der Kupfergewinnung; von Friedr. Bode, Civil-Ingenieur in Hannover.

(Fortsetzung von S. 265 dieses Bandes.)

II. Auslaugen der löslichen Kupfersalze.

Hierüber ist in Vorstehendem bereits mancherlei angemerkt. Man laugt entweder durch Filtration und Verdrängung oder auch unter Umrühren, so z.B. beim Hunt und Douglas-Processe. Systematische Laugerei, die sich über mehrere Laugbottige gleichzeitig erstreckt, ähnlich dem Auslaugen der Rohsoda nach Shank's Methode, ist wegen der dicht liegenden Massen schwierig durchführbar. Für die Herstellung der Lauggefässe bleibt häufig kaum ein anderes Material als Holz anwendbar. Die Verbindungen werden mit Kitten verschiedener Art gedichtet, ausserdem eiserne Anker oder hölzerne Rahmen um die Gefässe gelegt. Wo das Laugen mit Erwärmung verbunden ist, sei