Text-Bild-Ansicht Band 231

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Verbindung der Gelatine mit dem Metall bewerkstelligt. Nachdem die Chromsäurelösung etwas abgetropft ist, wird sie in noch nassem Zustande mit reinem Wasser einige Mal abgespült und sodann gleich mit einer sehr heissen, gut filtrirten Gelatinelösung von 1 Th. Gelatine, 20 Th. Wasser und 4 Th. Spiritus übergössen. Zu dem Ende muss das Blech, um eine zu rasche Coagulation zu vermeiden, passend vorgewärmt werden. Obernetter und Albert lassen sie alsdann bei einer Temperatur von 45 bis 55° in horizontaler Lage eintrocknen. Wohl könnte man schon diese erste Schicht mit Chromsalzen versetzen und selbe in der richtigen Stärke herstellen; allein man gewinnt vollkommenere Resultate, wenn man eine zweite Schicht mit ihr verbindet. Man bereitet sich zu diesem Ende eine Mischung, wie sie oben zur Herstellung der sogen. Bildschicht angegeben wurde, der man aber noch auf 100 Th. Gelatine 1 Th. Chromalaun in Lösung ganz allmälig zufügt. Dieselbe wird auf der erwärmten Platte in heissem Zustande ausgebreitet und, nachdem sie gehörig vertheilt worden ist, wird die Platte auf ein flaches Blechgefäss gelegt, in welchem durch Eis abgekühltes Wasser läuft, damit die Schicht erstarrt, bevor sie Zeit gewinnt, in die unegalen, etwas vertieften Stellen fliessen zu können. Sodann wird sie in horizontaler Lage bei 50 bis 55° im Trockenofen getrocknet.

In Bezug auf die Exposition, so wird dieselbe insbesondere dadurch erleichtert, weil das schwache Blech an jedes selbst noch so krumme Negativ genau angedrückt werden kann und sich gerade so wie beim Copiren der Papierbilder durch Umbiegen nachsehen lässt.

Das Auswässern findet wie oben beschrieben statt. Befestigt wird die Platte auf Stein oder Metall mittels dicken Steindruckerfirnss und, bevor man zum Drucken schreitet, wird sie durch eine Presse gezogen, damit sie auch gut festsitzt. In Bezug auf die Haltbarkeit lässt die Schicht nichts zu wünschen übrig; die Platte wird auch erst durch mechanische Abnutzung nach langer Zeit unbrauchbar. Das sehr billige Material gestattet namentlich, grosse Platten billig herzustellen, bei denen eine Besorgniss des Zerspringens natürlich gänzlich wegfällt.7)

7)

Manche Leser werden fragen, ob sich der Lichtdruck nicht auch auf Stoff verwenden lasse, da dies doch sehr nahe liegt. Dazu sei bemerkt, dass in dieser Anwendung das Verfahren insofern auf Schwierigkeiten stösst, als man dabei keine Firnissfarbe anwenden kann, weil sie durch Seifenwasser sofort entfernbar wäre. Technikern, welche sich für diesen Gegenstand interessiren, glaube ich indessen einen Weg andeuten zu können, welcher meiner Ansicht nach zum Ziele führen muss, nämlich es mit ölsaurem Aluminium, entweder für sich, oder mit passenden Substanzen vermischt, zu versuchen. Es besitzt dieser Körper nämlich die drei Eigenschaften, welche für unsern Zweck nöthig sind: Er lässt sich im wasserfreien Zustand herstellen, besitzt eine geeignete Consistenz und ist selbst ein Mordant. Ein damit eingewalztes Stück Zeug würde sich hernach von jedem Färber in verschiedenen Farben ausfärben lassen. Anderweitig in Anspruch genommen, bin ich zur Zeit ausser Stande, Versuche in der bezüglichen Richtung anzustellen, überlasse aber Jedem die Ausbeutung dieser gewiss nicht unpraktischen Idee.