Text-Bild-Ansicht Band 235

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Ballast dienende Wassermenge wieder in den Schiffsrumpf eintreten kann. Von den Vortheilen des Schwimmwehres gegenüber festen Wehranlagen sei noch die billigere und leichter und rascher ausführbare Anbringung desselben in grossen Strömen bemerkt; auch würde es als Schiffsbrücke benutzbar sein.

F. J. Meyer und W. Wernigh's Seilscheibe.

Um die Reibung eines Seiles auf seiner Rolle, also auch die übertragbare Umfangskraft zu erhöhen, ohne das Seil in einer Keilkimme einzuklemmen, schlagen F. J. Meyer und W. Wernigh in Berlin (* D. R. P. Nr. 5361 vom 22. October 1878) vor, die Kimme nicht glatt auszudrehen, sondern wellenförmig zu gestalten. Die einzelnen die Wellenform zusammensetzenden Bögen stellen dann die vom Seil umspannten Umfangstheile von eben so vielen Rollen vor, als die Kimme seitliche Ausbiegungen erhält. Die Pfeilhöhe dieser Ausbiegungen oder Wellen braucht in der Regel nur eine geringe zu sein, um die Kraftübertragung genügend zu erhöhen. Um die voraussichtliche Abnutzung der Ausbauchungen der beiderseitigen Kimmenwände ausgleichen zu können, wird in Vorschlag gebracht, die Rolle aus zwei Theilen herzustellen, welche sich mittels Schrauben leicht nach Bedürfniss zusammenziehen lassen.

Reinigungsvorrichtung für Wasserstandszeiger.

Um die Verbindungsstutzen der Wasserstandszeiger mit den Kesseln während des Betriebes ohne Gefahr reinigen zu können, bringt G. Meyer in Breslau (* D. R. P. Nr. 5219 vom 22. August 1878) gegenüber den Stutzen je einen durch eine Stopfbüchse tretenden Durchstossbolzen an. Ist die Stutzenbohrung verstopft, so braucht man den Bolzen nur durch dieselbe durchzustossen. An dem Bolzenende kann auch eine kleine Stahlbürste befestigt werden.

Neuerungen an Spulmaschinen.

S. Bash in Glasgow und H. Levy in London (* D. R. P. Nr. 6035 vom 31. December 1878) haben an Spulmaschinen Neuerungen angebracht, durch welche Spulen von verschiedener Grösse und Form mit verschiedenen Garnsorten bewickelt werden können und wobei die Maschinen nahezu selbstthätig arbeiten, indem die gefüllten Spulen in einen Kasten abgeworfen werden, so dass der Arbeiter nur leere Spulen zwischen gewisse Zuführvorrichtungen zu legen hat; auch kann die Maschine bei jedem Abreissen oder Fehlwickeln des Garnes stehen bleiben.

Die einzelnen Verbesserungen beziehen sich auf die Art und Weise, die Mechanismen zu betreiben, durch welche die Spulen bewickelt, die Fäden auf denselben vertheilt und die Spulen vollendet und ausgewechselt werden. Die Lagerung der Fadenführerspindeln und die der Spulenspindeln sind sehr solid hergestellt und hat die letztere eine Centrirvorrichtung erhalten. Ebenso vorzüglich sind die Anordnungen zur Bewegung der Messer, welche die Einschnitte in die Spulen machen, um darin die Fadenenden zu befestigen, und welche die überflüssig langen Fadenenden abschneiden.

E. L.

Verfahren, Stoffe mit verdichteter, warmer Luft zu trocknen.

A. Delharpe in Tarrare (* D. R. P. Nr. 7525 vom 25. März 1879) nennt seine Methode „Schnell-Trockenverfahren“ und dürfte mit dieser Bezeichnung recht haben. Es wird namentlich für Gewebe empfohlen und besteht in dem Blasen stark erhitzter Luft, welche aus zahlreichen Oeffnungen des Luftleitungsrohres gegen die Flächen des Gewebes strömt, so dass die Luft das Gewebe durchdringt und Gelegenheit zu vielseitiger Berührung mit dem im Gewebe befindlichen Wasser findet. Darf man annehmen, dass die Menge des verdunsteten Wassers unter sonst gleichen Umständen in geradem Verhältniss zu der Berührungsfläche zwischen Wasser und Luft steht, so folgt hieraus ohne weiteres die Vortheilhaftigkeit des Verfahrens, nicht allein die