Text-Bild-Ansicht Band 236

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im Kessel zurückbleibenden festen Schmelzrückstände werden durch den mit Deckel verschliessbaren Hals H entfernt.

In dem aus Eisenblech hergestellten Klärschiff E findet die weitere Abscheidung der noch mitgerissenen Schmutztheile statt; der hier entwickelte Dampf entweicht durch das Rohr x ins Freie. Das Fett bleibt hier noch 6 bis 8 Stunden ruhig stehen und wird dann durch Oeffnen des Hahnes u, an welchem die Wasserleitung anschliesst, ganz ruhig durch zufliessendes Wasser im Klärschiff hoch gehoben, bis es durch das mit Hahn versehene Rohr v in den Klärkessel F abfliesst, worauf Schmutz und Wasser durch den am Boden angenieteten Krümmer mit anschliessendem Hahn w abgelassen werden.

Der Klärkessel F ist ein doppelwandiges, schmiedeisernes Gefäss, welches zur Verhütung von Wärmeausstrahlung wie der Kessel A mit Blechmantel und Schlackenwolle eingehüllt ist. Zunächst wird der Kessel theilweise mit reinem Wasser gefüllt; dann lässt man das Fett vom Klärschiff E zulaufen und bringt das Ganze durch Einleiten von Dampf von der Leitung z aus zwischen äusserer und innerer Kesselwandung zum gelinden Aufkochen. Nach einstündigem schwachem Kochen und Abschäumen des aufschwimmenden Schmutzes wird das Ventil geschlossen und der im Zwischenraum des Kessels stehende Dampf sammt Condensationswasser durch die Rohrleitungen y und o ins Freie geführt. Ist die Masse im Klärkessel so weit erkaltet, dass die Erstarrung des Fettes beginnt, so wird durch das am Boden des Kessels befindliche Rohr t erst das Schmutzwasser abgelassen, dann das reine Fett abgezogen.

Darstellung von Ammoniak aus dem Stickstoff der Luft.

Mit Abbildungen auf Tafel 8.

Während Maxwell-Lyte (1877 223 549) zur Darstellung von Ammoniak Stickstoff und Wasserdampf über eine Kalium-Antimonlegirung leitet, will Swindells (1878 229 274) atmosphärische Luft und Wasserdampf über erhitzte Kohlen führen. In gleicher Weise will nun auch J. P. Rickman in London (* D. R. P. Nr. 8238 vom 19. December 1878) ein Gemisch von etwa 5 Vol. Luft und 12 Vol. Wasserdampf über Kohlen oder Kokes leiten, welche auf 550 bis 800° erhitzt sind.

Zu diesem Zweck dienen eine Anzahl Retorten A (Fig. 6 und 7 Taf. 8), welche in geeigneter Lage in einem Ofen B angebracht sind, um sie in geeigneter Weise auf diese Temperatur zu bringen. Im untern Ende der aus Chamotte oder Eisen hergestellten Retorte ist eine Wand mit beweglichem Rost r angebracht, um die heissen Kokes