Text-Bild-Ansicht Band 236

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Miscellen.

Dampfkessel-Explosionen.

Nach einem Berichte von E. B. Märten im Engineering, 1880 Bd. 29 S. 187 fanden in England Explosionen und hierbei Verunglückungen statt:

Im J. 1873 78 57 Todte und 85 Verwundete
1874 76 77 198
1875 68 81 142
1876 39 93 110
1877 44 54 75
1878 46 47 84
1879 30 38 53.

Als Explosionsursache der 30 Dampfkessel des letzten Jahres wird für 8 Kessel äussere Corrosion und für 7 Kessel innere Corrosion angegeben. – In Deutschland explodirten i. J. 1878 18 Dampfkessel, davon 2 in Folge innerer und 4 durch äussere Corrosion des Bleches. (Vgl. F. Fischer 1878 230 38.)

Kettenschiff mit Wasserkraftbetrieb.

Der schon mehrfach aufgetauchte Gedanke, zur Bewegung von Fahrzeugen gegen den Strom die Strömung selbst als treibende Kraft zu benutzen, wird neuerdings von F. Kiste in Partenkirchen (* D. R. P. Nr. 8178 vom 15. Juni 1879) zu verwirklichen gesucht. Von drei Kähnen wird ein Doppelrahmen getragen, auf welchem zwei durch eine doppelt gekröpfte Welle verbundene Stromräder, sowie die Leitrollen für die Kette gelagert sind. Durch die Kurbelwelle werden nun mittels Stangen zwei Haken in sinnreicher Weise so bewegt, dass sie wechselweise die Kette fassen, wobei das Schiff durch die Rückbewegung der betreffenden Kurbel an der Kette entlang gezogen wird, und wieder loslassen. Auch ist Vorsorge getroffen, dass beim zufälligen Auslassen eines Hakens keine Rückbewegung des Schiffes eintreten kann.

Bezüglich des Effectes, der sich mit solchen Vorrichtungen erzielen lässt, verweisen wir auf eine Mittheilung von Cl. v. Bechtolsheim in der Wochenschrift des Vereines deutscher Ingenieure, * 1880 S. 79, wo derselbe als ganz geringfügig nachgewiesen wird.

Hubzähler mit Dampfdruck-Indicator.

Der gewöhnliche Hubzähler ermöglicht nur die Beobachtung der Umdrehungszahlen einer Maschine; für die Heizercontrole ist es aber unzweifelhaft von Werth, ausserdem auch die Schwankungen des Dampfdruckes festzustellen. Zu diesem Zweck wurden vielfach sogen, registrirende Manometer (vgl. * 1873 208 171) in Anwendung gebracht, bei welchen ein unter der Wirkung des Kesseldruckes stehender Schreibstift bei jeder Druckänderung an einem Papiercylinder entlang gleitet, welcher durch ein Uhrwerk gedreht wird. F. Lass in Hamburg (* D. R. P. Nr. 7501 vom 23. April 1879) ist nun auf den Gedanken gekommen, den Dampfdruck-Indicator mit dem Tourenzähler der Dampfmaschine zu verbinden und auf diese Weise einen möglichst billigen Controlapparat zu schaffen. Das Zählwerk hat die gewöhnliche Einrichtung; durch die Achse, welche die Zehner-Zählscheibe trägt, wird bei jeder Umdrehung (also immer nach 100 Umdrehungen der Kurbel) eine Klinke hin und her geschoben und damit ein auf einer benachbarten Achse lose sitzendes Schaltrad um einen Zahn geschaltet. Mit dem Schaltrad ist eine Rolle verbunden, auf welche sich ein Streifen Metallpapier nach Massgabe ihrer Drehung aufwickelt. Auf diesem Streifen gibt ein durch einen kleinen Dampfkolben eingestellter Stift den Dampfdruck an. Der Kolben ist durch eine passende Feder belastet.