Text-Bild-Ansicht Band 236

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Stopfbüchse für Pumpen.

K. Pellenz in Manderscheid, Rheinpreussen (* D. R. P. Nr. 8122 vom 29. October 1878) dichtet bei Hubpumpen die Kolbenstange mittels einer Stopfbüchse, deren aus einem Gummiring bestehende Liderung durch den in das Innere der Pumpe reichenden Stopfring nur dann zusammengedrückt wird, wenn der Druck in der Pumpe letzteren nach aussen zu treiben sucht. Diese Dichtung wirkt demnach wie ein Lederstulpen, hat jedoch den Vortheil, dass sie noch bei verhältnissmässig dünnen Kolbenstangen angewendet werden kann.

Garntrockenmaschine von C. H. Weisbach in Chemnitz.

Dieselbe (* D. R. P. Nr. 4714 vom 18. August 1877) gehört zu den rotirenden Maschinen. Die Strähne werden radial oder im Winkel zu den Armen des Rahmens aufgespannt und drehen sich mit letzterem. Ein Windflügel an der Achse des Apparates beschleunigt den Luftzug und demzufolge die Trocknung. Die inneren Haspel eines jeden Strähnes sind mit Zahnrädern verbunden, welche bei jeder Umdrehung des Rahmens mit einem feststehenden Stift des Gestelles eingreifen und hierdurch sich jedes Mal um ein Achtel drehen. Der Strähn folgt dieser Bewegung und wird dadurch umgezogen.

Mechanischer Webstuhl zur Herstellung von Möbelplüsch.

Burchartz und Bingen in Elberfeld (* D. R. P. Nr. 5618 vom 10. März 1878) verwenden zur Fabrikation von Möbelplüschen mechanische Webstühle, welche die fertige Waare vollständig selbstthätig herstellen. Der Arbeiter hat nur die Schussspule im Schiffchen auszuwechseln; das Einlegen der Ruthe mit Rinne und das Schneiden der Plüsche von Hand kommt gänzlich in Wegfall. Sind die ersten 6 bis 7 Ruthen von Hand eingeführt worden, so besorgt ein Support diese Manipulation weiterhin vollständig selbstthätig. Nachdem immer zwei Stück auf einander folgende Schussfäden eingeschlagen sind, kommt eine Ruthe, alsdann wieder zwei Schuss, dann eine Ruthe u.s.w. Der dritte Schuss bleibt jedesmal aus, weil eine kleine, auf der Kurbelwelle sitzende Knagge den Schnellerdaumen aus der Schlagstellung bringt und die Schütze somit keinen Stoss erhält. Die Ruthen sind glatt, mit Schloss und Messer versehen, in drei Punkten gestützt und werden in einer Nuth geführt, mittels einer Federweiche abgelenkt und durch einen Support bewegt.

E. L.

Vorrichtung an Uhren zur Verhütung einer Federüberspannung.

A. Pätow und W. Rohde in Berlin (* D. R. P. Nr. 8639 vom 7. August 1879) haben zur Verhütung einer Federüberspannung bei Uhren folgende Sicherung getroffen. Das Federhaus ist von dem Federhausrade getrennt und wird in letzterem beim Aufziehen der Feder nur durch die Reibung gehalten, welche ein zwischen beide gelegtes Stück alter Uhrfeder hervorbringt. Ist die Feder völlig aufgezogen und wird der Uhrschlüssel noch weiter gedreht, so reicht die Reibung nicht mehr hin, das Federhaus an der Drehung zu hindern, und diese Drehung, welche das vollendete Spannen der Uhrfeder anzeigt, wird durch einen am Federhausdeckel angebrachten, durch das Zifferblatt hindurchgehenden Stift, welcher vor dem Zifferblatt einen kleinen Zeiger trägt, mittels des letzteren sichtbar gemacht.

Nivellirapparat von A. Agner in Grimma.

Zwei Massstäbe, der eine in Centimeter, der zweite auch in Millimeter getheilt, werden in geeignetem Abstand lothrecht aufgestellt und dazwischen eine getheilte Schnur oder ein Bandmass mittels Hülsen und Klemmschrauben an den Stäben verschiebbar mässig gespannt. In der Mitte des Bandmasses oder der getheilten Schnur wird mittels Oehren eine Libelle eingehängt. Das eine Ende des Bandmasses wird mit der Klemme auf der in Centimeter getheilten Latte auf einen Theilstrich gestellt und festgeklemmt; das zweite Ende wird jedoch so lange verschoben, bis die Libelle einspielt. Die Differenz der beiden an den Latten gemachten Ablesungen gibt den Höhenunterschied der