Text-Bild-Ansicht Band 236

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Unbedingt erforderlich für die Lebensthätigkeit der Salpeter bildenden Organismen sind organische Stoffe; doch entwickeln sich in einem Boden, welcher besonders reich an diesem ist, Mucor-Arten, welche die genannten Organismen tödten und so die Salpeterbildung hindern.

Bei niederen Temperaturen und mangelhaftem Luftzutritt bilden sich vorwiegend salpetrigsaure Verbindungen.

Nachweisung von Chlor neben Brom und Jod.

Nach G. Vortmann (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1880 S. 325) werden Jodide durch Mangan- und Bleihyperoxyd schon in neutraler Lösung theilweise zersetzt; wird aber Essigsäure zugefügt und gekocht, so wird das Jod völlig ausgeschieden. Bleihyperoxyd oxydirt hierbei einen Theil des Jods zu Jodsäure, Manganhyperoxyd nicht.

Bromide werden in neutraler Lösung weder durch Mangan-, noch durch Bleihyperoxyd zersetzt. In essigsaurer Lösung wirkt nur letzteres ein; es entweicht Brom; Bromsäure bildet sich nur in Gegenwart grösserer Mengen von Bromiden.

Chloride werden in essigsaurer Lösung durch keines der beiden Hyperoxyde angegriffen. Will man daher auf Chlor in Gegenwart von Bromiden und Jodiden prüfen, so muss man die essigsaure Lösung mit Bleihyperoxyd kochen, bis die Flüssigkeit nach dem Absitzen farblos ist und nicht im mindesten mehr nach Brom oder Jod riecht. Das Brom, sowie ein Theil des Jods entweichen als solche, der Rest des Jods bleibt als jodsaures Blei beim überschüssig zugesetzten Bleihyperoxyd. Filtrirt man ab und wäscht den Niederschlag gut aus, so hat man alles Chlor frei von Brom und Jod im Filtrat.

Man kann auf diese Art das Chlor auch quantitativ bestimmen. Bei grösseren Mengen von Chlor neben Jod ist es besser, Manganhyperoxyd statt Bleihyperoxyd zu nehmen, da man sonst, um die Abscheidung des schwer löslichen Chlorbleies zu verhindern, die Flüssigkeiten zu stark mit Wasser verdünnen müsste. Ebenso ist es gut, bei Bestimmung grösserer Mengen von Chlor neben Brom mit dem Bleihyperoxyd auch etwas schwefelsaures Kali zuzusetzen, so dass man schliesslich im Filtrate alles Chlor an Kalium gebunden hat.

Zur Herstellung von Zündhölzern.

Sudheim und Koppen in Cassel (D. R. P. Zusatz Nr. 7784 vom 4. April 1879) überziehen die nach dem früher angegebenen Verfahren (1879 233 429) hergestellten Zündhölzer mit Schwefel, allein oder in Verbindung mit Phenanthren oder Naphtalin. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit werden die Hölzchen ausserdem mit einer Lösung von Nitrocellulose unter Zusatz von westindischem Copal oder Canadabalsam in Aetherweingeist überzogen.

Sprengzündhütchen.

Bei den Sprengzündhütchen von Braun und Bloem in Düsseldorf (* D. R. P. Nr. 8356 vom 14. Februar 1879) ist der Sprengkapsel eine ringförmige oder sternförmige Abschwächung des Bodens gegeben. Durch Einschieben einer kräftigen, oben conischen, im Boden durchlochten Kupferkapsel ist ein möglichst kräftiger Verschluss der Zündmasse bewirkt. Ferner ist der untere Theil der Kapselcylinder in der Wandung verstärkt, der obere Theil ist verengt. Solche Zünder durchschlagen angeblich schon mit 0g,2 Zündmasse ein 0mm,75 dickes Eisenblech und bei verstärkter Kupferkapselwandung mit 0g,4 Ladung ein 2mm dickes Blech. Die aus den Eisenplatten herausgerissenen Stücke entsprechen der runden oder sternförmigen Abschwächung des Bodens.