Text-Bild-Ansicht Band 236

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Ueber Neuerungen an Luft- und Gasmaschinen.

Mit Abbildungen im Text und auf Tafeln.

Geschlossene Luftmaschinen. (Taf. 1 und 9. Schluss.)

Ueber die bisher besprochenen Neuerungen finden wir in den Patentschriften auch noch die länger bekannten und im Journal mehrfach behandelten Luftmaschinen von Lehmann, Stenberg und D. W. van Rennes (vgl. * 1879 231 119). Während die ersteren beiden an ihren bewährten Constructionen wenig oder nichts zu ändern fanden, zeigt sich dagegen die Rennes'sche Maschine (* D. R. P. Nr. 7732 vom 26. April 1879) in einem durchaus neuen Gewande. Taf. 9 Fig. 1 bis 3 gibt Ansicht und Schnitt dieser abgeänderten Construction, einer Combination von zwei einfach wirkenden Maschinen.

A und A1 sind zwei cylindrische Kessel, deren unterer Theil, der Feuertopf, welcher in einen gemauerten Ofen hineinragt, in der Regel aus Hartguss, während ihr oberer Theil aus Blech hergestellt ist. C und C1 sind eigenartige, in die erwähnten Kessel eingepasste und durch Lederstulpen abgedichtete Kolben; die Stangen m, m1 dienen zu ihrer Führung. Jeder dieser Kolben trägt in seinem Mittelpunkt eine Stopfbüchse, durch welche die Stange des Verdrängers D bezieh. D1 hindurchgeht; jeder der letzteren läuft nach der Seite des Feuertopfes hin glockenförmig aus. Der obere Theil jedes Kessels ist mit einem nach Art eines Trichters gestalteten Mantel B, B1 umgeben, in welchem Kühlwasser steht oder strömt. Ausser den Führungsbügeln der Stangen m, m1 tragen die Kessel ferner zwei Lagerböcke Q, Q1 in denen die Achse E der drei Balanciers I, H und H1, ruht. Mit dem mittleren Balancier I, welcher lose auf der Welle E sitzt, bezieh. in einer metallenen Hülse auf dieser schwingt, stehen die beiden Verdränger D und D1 durch Schubstangen S, S1 in Verbindung, während an die auf der Welle E aufgekeilten Balanciers H und H1 die Kolben C und C1 angeschlossen sind. Der Balancier H ist nach beiden Richtungen hin länger als der mit ihm gleichlaufende H1, und zwar nach rechts hin, um ihn mittels Pleuelstange P an die Kurbel der Schwungradwelle F anzuschliessen, sowie nach links, um durch ihn, bezieh. durch eine Verbindungsstange N, die Luftpumpe M betreiben zu können.