Text-Bild-Ansicht Band 236

Bild:
<< vorherige Seite

Neuerungen an Papiermaschinen; von J. H. Annandale in Lasswade (Schottland).

Mit einer Abbildung auf Tafel 12.

Die Neuerung (* D. R. P. Nr. 6791 vom 15. November 1878) besteht darin, die Entwässerung durch Saugkästen so weit als möglich zu treiben und dadurch die erste Nasspresse (Gautschpresse) ganz überflüssig zu machen. Die Maschine besitzt, wie Fig. 8 Taf. 12 angibt, nur eine einzige Nasspresse dicht vor den Trockencylindern h. a bezeichnet das Metalltuch, welches von der Walze d aus Bewegung erhält; b1, b2 sind zwei der üblichen Saugkästen, zwischen denen die Siebwalze c gelagert ist; dann folgt ein breiter Saugkasten b3, durch welchen das Papier so weit entwässert werden soll, dass es sich bei d ablösen und nach einem endlosen Filze e übertragen lässt. Unter letzterem sind ein bis drei weitere Saugkästen b4 bis b6 angebracht. Das Papierblatt gelangt schliesslich, getragen von dem Filz g, zwischen die aus den mit Filz überzogenen Walzen h1, h2 bestehende Nasspresse, deren Oberwalze ebenfalls mit einem endlosen Filz g1 versehen ist.

Durch den Wegfall der schwer auf das Metalltuch drückenden Oberwalze der bisher üblichen ersten Nasspresse will der Erfinder eine bedeutende Schonung der Form erzielen. Ob dies in dem gehofften Masse eintritt, ist zweifelhaft, wenn man erwägt, dass durch Vermehrung der Saugkästen eine neue und wahrscheinlich nicht unbeträchtliche Quelle der Abnutzung hinzu kommt. Fällt die Abnutzung nicht viel geringer aus als bisher, so wird auch der weitere von dem Erfinder angegebene Vortheil, bei seiner Maschine feineres Drahtgewebe verwenden und Stoffverluste dadurch verringern zu können, hinfällig. Ein Zerdrücken des Papierblattes unter der ersten Presse ist allerdings beseitigt; doch kommt dies bei aufmerksamer Bedienung nicht häufig vor. Ein sehr beachtenswerther Vortheil liegt dagegen in der Vermeidung der Drahteindrücke auf der Unterseite des Papieres, zu deren Beseitigung ein sehr sorgfältiges und kostspieliges Satiniren erforderlich ist.

Fr. Voith's Aufspannwelle für Papierrollen.

Mit Abbildungen auf Tafel 13.

Die neuerdings von Friedr. Voith in Heidenheim patentirte Aufspannwelle (* D. R. P. Nr. 8094 vom 30. Mai 1879; vgl. * 1878 229 424) besteht aus einem keilförmig gehobelten Kernstück, welches einen dreiseitigen Querschnitt hat; jede der drei Seiten ist mit einer schwalbenschwanzförmigen Feder versehen. Auf diese Feder sind drei Segmentstücke