Text-Bild-Ansicht Band 236

Bild:
<< vorherige Seite

mm,03; ihre Wand ist ziemlich dicht von Poren durchzogen und wachsgelb wie alle Membranen.

Die Libriformfasern zeigen am Querschnitte deutlich radiale Anordnung. Sie sind 1mm und darüber lang, geradläufig, 0mm,025 breit und stark verdickt; doch entfällt auf das Lumen im grösseren Theile der Faser die Hälfte der Breite. Die Markstrahlen sind ein- bis dreireihig, am häufigsten zwei Zellen breit, und im Mittel 1mm hoch. Die Zellen sind weitlichtiger und dünnwandiger als die Parenchymzellen, aber wie diese von zahlreichen Poren zierlich durchbrochen.

Das Holz ist schwer, sinkt aber im Wasser nicht unter. Ich bestimmte sein specifisches Gewicht mit 0,99. Die grosse Härte desselben wird durch die allerdings beträchtliche Verdickung der Membranen allein nicht erklärt, beruht vielmehr zum grösseren Antheile auf der chemischen Umsetzung, welche die Zellwände erfahren haben und die offenbar auch die Färbung veranlasst. Eine auffällige Eigenschaft des Holzes ist die leichte Spaltbarkeit. Sie ist bedingt durch die gerade gestreckten Libriformfasern, welche überdies sehr glattwandig und niemals gegabelt sind.

Zur Entphosphorung des Roheisens.

Seit einigen Wochen bringen die Tagesblätter Notizen über ein neues Verfahren der Entphosphorung des Roheisens, das von einem englischen Eisenhüttentechniker, Namens C. Bull gefunden worden sein soll. Dasselbe beruht darauf, dass der Phosphor in Phosphorwasserstoff verwandelt wird, und soll sich bei den bis jetzt gemachten Versuchen als praktisch bewährt haben. Das einfache Verfahren besteht darin, dass in das flüssige Roheisen in der Bessemerbirne, nachdem der Kohlenstoff, das Silicium u.s.w. durch den oxydirenden Luftstrom aus dem Metall entfernt sind, ein mit heisser Luft gemischter Dampfstrahl eingetrieben wird, wobei sich der Wasserdampf zersetzt, der Wasserstoff mit dem Phosphor verbindet und Phosphorwasserstoff bildet, welcher in Dampfform entweicht. Wenn sich das Verfahren, wie der Entdecker behauptet, bewährt, so würde es in Folge der geringen Kosten, welche es verursacht, ganz besonders für die deutsche Stahl-Industrie, welche an Phosphor haltigem Roheisen bekanntlich keinen Mangel hat, von der grössten Wichtigkeit sein und wahrscheinlich erfolgreich mit dem Thomas-Gilchrist-Processe (vgl. 1879 234 308) concurriren können. Nur ist, falls das neue Verfahren sich einbürgern sollte, der Umstand nicht zu übersehen, dass im Wesentlichen der Process nicht von Bull, sondern von Prof. Cl. Winkler in Freiberg i. S. herrührt, welcher in der 1. Abtheilung seiner Anleitung zur Untersuchung der Industrie-Gase