Text-Bild-Ansicht Band 236

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Von der Anlage einer Fabrik, die ich nach Beendigung meiner Experimente vorhatte, nahm ich vorderhand Abstand, weil eine grosse Zeitungsdruckerei, welche aus der mehrfach erwähnten Papierfabrik ihr Papier bezog, sich beschwerte, dass dasselbe ihre Lettern verschmiere, und sich kalkige Papierzusätze verbat. Ich habe nie erfahren können, ob der Fehler in meinem „Füllstoff“, an der Druckerei, oder an der Papierfabrik lag, glaube aber, dass die letztere sich eifrig bemüht hatte, ihr Papier ausschliesslich aus „Füllstoff“ herzustellen.

Ueber das Brennen von Thonwaaren, Kalk, Cement und Gyps.

(Fortsetzung des Berichtes von S. 119 Bd. 234.)

Mit Abbildungen auf Tafel 15

Bei dem in Fig. 1 bis 6 Taf. 15 dargestellten Gasofen zum Brennen von Porzellan und Thonwaaren von E. H. Siebert in Dresden-Blasewitz (* D. R. P. Nr. 2722 vom 1. Februar 1878) gelangt das Gas durch den Kanal A nach der Wechselklappe v, um je nach der Stellung derselben nach dem Kanal b oder b1 geleitet zu werden. Bei der hier angedeuteten Stellung geht das Gas durch b zum Regenerator C und dann durch den Kanal d in den Verbrennungskanal D. Die zum Verbrennen des Gases nöthige Luft tritt bei o ein, um bei der angedeuteten Stellung der Wechselklappe v1 durch den Kanal c1 in den Regenerator C1 und durch d1 ebenfalls in den Verbrennungsraum D zu gelangen. Die hier erzeugte Flamme geht zum Oberofen und verlässt denselben durch den Verbrennungskanal D1 um durch die Kanäle i bezieh. i1 nach den Regeneratoren F, F1 und von hier durch die Kanäle f, f1 und Schieber 1 und 2 nach dem Schornstein zu entweichen.

Durch gleichzeitiges Drehen der Wechselklappen v und v1 erscheint die Flamme bald links, bald rechts im Oberofen, wobei die Temperatur in den Regeneratoren C und C1 und F und F1 steigt, desgleichen auch die im Oberofen bis zu den höchsten verlangten Hitzegraden. Um nun diese wechselnden Flammen sofort in constante umzuwandeln, sperrt man die luftdicht schliessenden Schieber 1 und 2, stellt die Klappen v und v1 zur Mitte und zieht den Schieber 3. Bei dieser Stellung des Ofens gehen nun zwei Gas- und zwei Luftströme nach demselben und erzeugen dort zwei oder mehrere constante Gasflammen, wobei sowohl Gas, als auch Luft durch die in den Regeneratoren aufgesammelte Wärme vorgewärmt werden. Die abgehenden Feuergase gehen durch die in den Umfassungswänden des Ofens angebrachten Oeffnungen k und die Sammelkanäle k1, dann unter die Luftzuführungskanäle c und c1, um hier ihre Wärme abzugeben, verlassen diese Kanäle