Text-Bild-Ansicht Band 236

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der Substanz haben bisher nur vorläufige Versuche ermöglicht. Danach ist der Körper in Form einer Metallsäure von rother Farbe vorhanden, welche ungefärbte Alkalisalze gibt, die auf Zusatz einer Säure sich gelb färben. Das Silbersalz ist roth oder gelbroth, das Kupfersalz gelbgrün. Schwefelwasserstoff gibt einen braunen Niederschlag und eine blaue Flüssigkeit, welche durch Zink braun wird. Vor dem Löthrohr färbt die Substanz Phosphorsalz in der äusseren Flamme gelb, in der inneren grün.

Ueber das Schweissen des englischen Gussstahles.

Da der englische Gussstahl bei gewöhnlicher Schweisshitze, welche zur Wirkung des Schweisssandes erforderlich ist, bereits weich und mürbe wird, so empfiehlt Ph. Rust im Bayerischen Industrie- und Gewerbeblatt, 1880 S. 12 hierfür folgendes Schweissmittel:

Borsäure 41,5 Th.
Kochsalz 35,0
Blutlaugensalz 15,5 bis 26,7
Kolophonium 7,6

Verfahren zur Entschwefelung der Kiesabbrände.

Um die bei der Röstung von Schwefelkies erhaltenen Kiesabbrände für den Eisenhüttenprocess verwendbar zu machen, werden sie nach dem Vorschlage von F. Paur in Montbeliard, Frankreich (D. R. P. Nr. 8730 vom 22. Mai 1879) mit einer Lösung von übermangansaurem Natron gekocht Nach dem Auswaschen des gebildeten schwefelsauren Natrons erhält man ein von Schwefel freies Eisenoxyd, gemischt mit dem aus dem Übermangansauren Natron gefällten Manganoxyde.

Verfahren zur Herstellung künstlichen Leders.

Conrad Stierlin in Paris (D. R. P. Nr. 9140 vom 13. Juni 1879) ahmt die Leherhaut durch mit Leim getränkte, gekrempelte Faserstoffe nach. Es wird ein Leim benutzt, auf welchen Gerbstoffe theilweise eingewirkt haben, um denselben der Lederhaut ähnlich zu machen. Die gekrempelte Watte wird in ein Bad aus 25 Th. Leim, 75 Th. Wasser, 20 Th. Thon und 5 bis 10 Th. Gerbmaterial gebracht, zwischen zwei erwärmten Walzen ausgerungen, 12 bis 24 Stunden in einer Abkochung von Eichenrinde, die mit 5 Proc. Glycerin versetzt ist, gegerbt und getrocknet.

Verfahren zur Herstellung von Verpackungsmaterial.

H. Fett und Comp. in New-York (D. R. P. Nr. 8831 vom 16. September 1879) schlagen vor, Packpapier mit einem Gemisch von 20 Th. Leim und 3 Th. Melasse zu bestreichen und mit kleinen Korkstücken zu bestreuen. Dieses mit Kork überzogene Papier soll, namentlich zum Verpacken von Flaschen und sonstigen Glassachen dienen.

Ganzer oder theilweiser Collodiumüberzug über Cigarren.

Nach Hofrath L. v. Babo zu Freiburg in Baden (D. R. P. Nr. 8727 vom 8. August 1879) werden die Cigarren durch Eintauchen in Collodium ganz oder theilweise mit einem Ueberzug versehen, welcher das Abwickeln des Deckblattes verhindert, die Undichtigkeiten desselben verklebt und einem Aufweichen der Cigarre am Mundende entgegenwirkt. – Ueber die Geschmacksverbesserung (?) beim Rauchen solcher Cigarren ist nichts bemerkt.

Zum Schutz der Pflanzenfaser gegen Feuchtigkeit.

W. Lienau in Eutin (D. R. P. Nr. 8774 vom 26. August 1879) will 160 Th. Erdöl, 2 Th. gewöhnliches Oel, 2 Th. Kolophonium und 1 Th. Paraffin bei 75° lösen, dann mit 480 bis 640 Th. Wasser mischen und noch so lange erhitzen, bis die trübe Flüssigkeit angeblich fast klar geworden ist. Nun