Text-Bild-Ansicht Band 236

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wird auf 60° erkaltet, der Pflanzenfaserstoff eingelegt, dann abgeschleudert und mehrfach mit Wasser abgewaschen. Hanf, Flachs, Jute u. dgl. sollen dadurch fester und widerstandsfähig gegen Wasser werden.

Herstellung von Kraftbrod aus ungemahlenem Getreide.

J. Schierse in Berlin (D. R. P. Nr. 8757 vom 6. Juli 1879) mischt ungemahlenes, nur geschältes Getreide mit 50 bis 70 Proc. kochendem Wasser, welches im Liter 20 bis 40g Kochsalz gelöst enthält, zerstampft die geweichten Körner, setzt nach Erfordern Hefe hinzu und formt zu Broden, welche in einem stark geheizten Backofen gebacken werden.

Düngepulver aus menschlichen Fäcalstoffen.

Die in Tonnen gesammelten Stoffe will F. Radig in Schweidnitz (D. R. P. Nr. 8466 vom 17. Juni 1879) mit calcinirtem schwefelsaurem Natron, trocknem Kieserit und trocknem Eisenvitriol mischen, so dass eine pulverförmige Masse entsteht. – Da diese Zusätze für die Pflanzen mehr schädlich als nützlich sind, so ist dieses Verfahren zur Verwerthung menschlicher Excremente völlig unbrauchbar.

Verfahren der Insektenkultur für die Fischzucht.

J. A. I. Vignier in Paris (D. R. P. Nr. 8640 vom 12. August 1879) schlägt vor, der Forellen- und Lachsbrut dadurch die zu ihrer passenden Ernährung erforderlichen Insektenlarven zuzuführen, dass man in einem abgesonderten Behälter durch Verwendung menschlicher und thierischer Abfallstoffe faulende Flüssigkeiten sammelt, die nach dem Ausschlüpfen der Larven in das Wasser abgelassen würden, in welchem sich die Fische befinden.

Verfahren zum Conserviren von Butter.

Um Butter und ähnliche organische Stoffe vor dem Verderben zu schützen, soll man sie nach G. Bischof in London (D. R. P. Nr. 8515 vom 4. Juli 1879) mit einer Schicht von nassem Eisenschwamm bedecken.

Ueber den Nährwerth des Glycerins.

J. Munk (Medicinisches Centralblatt, 1880 S. 68) zeigt, dass Glycerin nicht wie Rohrzucker im Stande ist, Körpereiweiss vor dem Zerfall zu schützen, somit nicht als Nährstoff bezeichnet werden kann.

Bei dieser Gelegenheit mag daran erinnert werden, dass es in Europa 8 Glycerinfabriken gibt, welche folgende Mengen liefern:

Frankreich ungefähr 4000t
Deutschland und Oesterreich 1500
Holland 900
Russland 900
Belgien 800
Italien. 400
England 300
Spanien 200

Ueber die Giftigkeit des Arseniks.

C. Binz und H. Schulz heben in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1879 S. 2199 hervor, dass Arsenigsäure durch das lebende Eiweiss des Thieres und der Pflanze leicht in Arsensäure und diese durch Eiweiss überhaupt wieder in Arsenigsäure übergeführt wird. Diese Umwandlung beider Säuren in einander bedingt innerhalb der sie vollziehenden lebenden Eiweissmolecüle heftiges Hin- und Herschwingen von Sauerstoffatomen, wodurch die Gewebe bis zur völligen Zerstörung angeätzt werden. In entsprechender Weise wirkt auch der Phosphor, ja selbst der Stickstoff. Stickoxyd wirkt äusserst giftig; es wird durch Aufnahme von Sauerstoff in die heftig