Text-Bild-Ansicht Band 236

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Menge Thonerde in der schwefelsauren Thonerde, die nur zwischen 14 und 17 Proc. davon enthält. Ganz besonders wichtig ist aber für alle einschläglichen Industriezweige der stets gleiche Gehalt an Thonerde, wodurch es möglich gemacht wird, an dem einmal festgesetzten Verhältnisse niemals Aenderungen treffen zu brauchen und stets die beabsichtigte Menge von Thonerde genau in Anwendung bringen zu können.

Herstellung von Magnesia aus Chlormagnesium.

Die bei der Verarbeitung von Carnallit erhaltenen unreinen Chlormagnesiumlaugen soll man nach A. Rümpler in Hecklingen, Anhalt (D. R. P. Nr. 8777 vom 15. Juni 1879) zunächst mit etwas Kalkmilch versetzen, um das Eisen zu fällen, dann mit Chlorcalcium, um die schwefelsaure Magnesia zu zersetzen. Aus der so erhaltenen Chlormagnesiumlösung soll dann durch Zusatz von Kalkmilch die Magnesia gefällt werden.

Zur Kenntniss des Ultramarins.

Durch theoretische Betrachtungen kommt Heumann (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1879 S. 2184) zu dem Resultat, dass dem Ultramarin, abgesehen von überschüssiger Kieselsäure und Thonerde, die Formel Na4Al4Si4O16.Na2S2 zukomme.

Um aus Ultramarinviolett mittels Salzsäure direct ein Roth von grosser Lebhaftigkeit zu erzeugen, empfiehlt J. Zeltner in Nürnberg (D. R. P. Zusatz Nr. 8327 vom 14. August 1878) folgendes Verfahren (vgl. 1878 230 500). Aus feuerfesten Steinen wird ein 2m langer, 0m,75 breiter, 0m,6 hoher Kasten hergestellt, dessen Boden aus 3cm dicken Plättchen, die vier Seiten wände aus 7cm dicken Steinen, die Decke aus feuerfesten Platten besteht. Derselbe wird in einem gewölbten Ofen so eingemauert, dass Bodenfläche, Wände und Decke erhitzt werden können. Die Fugen sind gut mit Lehm verstrichen und dann durch einen zweimaligen Wasserglasanstrich gut gedichtet. Auf dem Boden dieses Kastens befinden sich neben einander acht irdene Pfannen, die zusammen den Bodenraum einnehmen und mit dünnen irdenen Plättchen zugedeckt sind. In jede dieser Pfannen mündet von der Oberfläche des Ofens ein irdenes Rohr zum Eingiessen der Säure. Der Kasten wird mit dünnen irdenen Plättchen angefüllt, welche mit je drei 6cm hohen Füssen auf den Pfannen und über einander stehen und auf welche Ultramarinviolett 1cm hoch aufgetragen wird. Man erwärmt den Kasten, bis das Violett etwa 100° warm ist, entfernt dann das Feuer und giesst durch die Rohre Salzsäure in die Pfannen. Die entstehenden Säuredämpfe entziehen dem Violett Natrium, wobei sich dasselbe auf 130° erwärmt. Man wiederholt von Zeit zu Zeit den Zusatz von Salzsäure, und nach einigen Stunden, wenn die Temperatur unter 130° zu sinken beginnt, gibt man wieder mässiges Feuer unter die Kästen, so dass die Temperatur zwischen 125 und 135° bleibt, und giesst von Zeit zu Zeit wieder Salzsäure nach, so oft dieselbe verdampft ist, was man mittels eines in die irdenen Rohre zu steckenden Drahtes erkennt. Nach Verbrauch von 20k Salzsäure von 1,18 sp. G. auf 30k Ultramarinviolett und nach etwa 12 Stunden von Beginn des Erhitzens an ist das Violett in ein lebhaftes Roth übergeführt. Sollten einzelne Plättchen nicht lebhaft genug sein, so genügt eine zweite gleiche Behandlung mit schwächerer Säure, um das Roth gleich schön zu machen.

Berichtigungen. In dem Bericht über Schwendler's Untersuchungen über das Platin-Normallicht, Bd. 235 ist zu lesen S. 273 Z. 23 v. o. (beiderseits in der Tabelle) „100“ statt „120“; S. 274 Z. 2 v. o. „250mm statt „259mm.