Text-Bild-Ansicht Band 236

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Zur Frage der Riementriebe1); von Dr. Theodor Weiss,

o. ö. Professor an der k. k. technischen Hochschule zu Brünn.

Eine zutreffende Begründung der zur Berechnung der Riementriebdimensionen von den Amerikanern benutzten Formel, nämlich:

. . . . (1)

welche unserer alten europäischen Formel, nämlich:

. . . . (2)

namentlich anlässlich der verdienstvollen Philadelphia-Berichte Radinger's neuerdings vorgezogen wird, habe ich unter den vielfältigen diesbezüglichen Erörterungen nicht angetroffen, noch weniger aber einen Hinweis auf die Bedingung, unter welcher diese Formel überhaupt richtig ist, und auf die Grenzen ihrer Anwendbarkeit. Es bedeutet, sämmtliche Dimensionen in Centimeter, sämmtliche Gewichte und Kräfte in Kilogramm genommen:

  • b Breite des Riemens,
  • δ Dicke des Riemens,
  • D Durchmesser der kleineren Scheibe,
  • α vom Riemen umschlungener Bogen des Halbmessers = 1, insbesondere hier = 0,8 π,
  • μ Reibungscoefficient für den Riemen auf der Scheibe,
  • Spannung, welche im Riemenquerschnitt auf je 1qc eintreten darf,
  • P zu übertragende Kraft am Umfang der Scheibe,
  • e Basis der natürlichen Logarithmen.

Ueber die Unrichtigkeit der amerikanischen Theorie, zufolge deren beim Riementriebe als bewegende Ursache lediglich der Luftdruck wirken soll, so dass auf Grundlage hiervon die Formel (1) aus der Formel:

. . . . (3)

hergeleitet werden könne, unter k den mittleren Atmosphärendruck auf 1qc der berührten Scheibenoberfläche verstanden, herrscht bei uns kein

1)

Vgl. Radinger 1878 228 385. Schlink 1878 230 464. G. Schmidt 1879 231 406. 550. 232 407. Pinzger * 1879 232 22. Schwartze 1879 232 404.