Text-Bild-Ansicht Band 236

Bild:
<< vorherige Seite

Beide Schützen sind mit Radsternen g und h versehen und deren Naben in Eindrehungen einer vom Leitradboden a getragenen Lagerhülse f der Turbinenspindel A geführt. Angegossene Zahnsegmente, in welche kleine Getriebe greifen, ermöglichen die Drehung der Schützen. Werden die letzteren hierdurch geöffnet, so entfernen sich ihre radialen Flügel δ und β von den festen Leitradwänden i und durch die so entstehenden Zwischenräume kann das Aufschlagwasser in eine grössere oder geringe Zahl von Leitzellen eintreten.

Die Vorrichtung lässt sich mit entsprechenden Aenderungen auch an Radialturbinen anbringen; doch sind andere Anordnungen viel einfacher. In der beschriebenen Form dürfte sie sich besser für Druckturbinen, als für Reactionsturbinen eignen, da bei letzteren durch Deckelung der Leitzellen der Effect beträchtlich sinkt und deshalb die Vermeidung von Wasserverlusten doppelt geboten ist. Ein dichter Abschluss dürfte aber namentlich zwischen den Wänden δ und β und den Kanten der Leitschaufeln nicht zu erzielen sein.

Drucksatz mit Rohrgestänge.

Mit Abbildungen auf Tafel 17.

Ein Drucksatz mit Rohrgestänge, welcher das Wasser beim Kolbenniedergang hebt, muss den Vortheil gewähren, dass die Wassersäule durch das Gewicht des Rohrgestänges allein, also ohne Anwendung besonderer Gegengewichte, gehoben werden kann, wodurch einerseits die Belastung des Schachtes verringert wird und andererseits mit geringeren Anlage- und Betriebskosten auszukommen ist. Auch der vom Rohrgestänge eingenommene Raum und die Gefahr von Brüchen ist geringer als bei anderen Anlagen. Um diese Vortheile zu erzielen, ordnen H. Richter sowie Tittel und Paschke in Hohndorf bezieh. Freiberg in Sachsen (* D. R. P. Kl. 59 Nr. 2530 vom 5. Februar 1878) solche Drucksätze in der aus Fig. 12 bis 14 Taf. 17 ersichtlichen Weise an. Neben dem eigentlichen Pumpencylinder ist ein zweiter Cylinder C aufgestellt, in welchem ein Rohr D gleichzeitig mit dem Plunger A des Pumpencylinders auf und nieder geht. Das beim Kolbenniedergang aus dem letzteren gedrückte Wasser tritt durch das Druckventil B in den Cylinder C und das in denselben tauchende Rohr D, von wo es endlich in das Rohrgestänge aufsteigt. Das Gestänge lässt sich durch einen Hahn vom Rohr D absperren.

Eine andere Anordnung, bei welcher der zweite Cylinder C über dem Pumpencylinder liegt, ist in Fig. 15 Taf. 17 angegeben.