Text-Bild-Ansicht Band 236

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Pfahl nieder. Die Steuerung des Hahnes kann auf selbstthätige Weise, einfacher jedoch, wie schon erwähnt, von Hand erfolgen, indem der mit einem Gegengewicht versehene Hahnhebel mittels einer Schnur sich von unten aufziehen lässt. Beim Steigen des Cylinders entweicht die Luft unter dem Kolben durch das Luftloch n. Damit der Cylinderboden, durch welchen die Kolbenstange tritt, durch zu spätes Umsteuern vom Dampf nicht gegen den Kolben getrieben werden kann, ist im Cylinder noch ein Auspuffloch m angebracht, durch welches der Kesseldampf entweicht, sobald dasselbe über den Kolben gelangt.

Der Rammcylinder ist in einem gewöhnlichen Renngerüst durch Lappen l geführt. Vor dem Beginn der Arbeit muss er an diesem Gerüst mit Hilfe einer Winde gehoben werden; hierbei ist die Kolbenstange durch Anziehen der Klemmschraube o im Cylinder fest zu halten. Die Winde, welche gleichzeitig zum Herrichten des Pfahles sowie zum etwaigen Verschieben des ganzen Gerüstes dient, wird nur bei grossen Rammen durch Dampf betrieben; bei kleinen Rammen ist eine Handwinde zweckmässiger. Als Dampfentwickler dient ein beliebiger Locomobilkessel.

Besonders hervorzuheben ist der Umstand, dass sich diese Rammvorrichtung an jeder bestehenden Ramme leicht anbringen lässt.

H–s.

Differential-Rollschraube von Oskar Kupke in Posen.

Mit Abbildungen auf Tafel 20.

Aus Fig. 3 und 4 der zugehörigen Zeichnung auf Taf. 20 ergibt sich das Princip der neuen Differentialrollschraube (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 8448 vom 1. Juni 1879).

In die Gewindgänge einer Mittelschraube A greifen die gleichen, aber entgegengesetzt gerichteten Gänge mehrerer im Umkreise gestellter Schrauben B ein; letztere sind mit ihren Zapfen in Ringen C und D gegenseitig geführt; ausserdem stützen sich dieselben auf den Rollring E des gemeinschaftlichen Gehäuses F.

Es habe nun die Mittelschraube A den Radius R, die Stützschrauben B den kleineren Radius r, beide jedoch die gemeinschaftliche Ganghöhe g. Wird nun die Schraube A, wie in Fig. 5 gezeichnet, links um eine Tour gedreht, so senkt sie sich ihrer Steigung entsprechend um g, hebt sich aber gleichzeitig dadurch, dass sich ihre Gänge auf die entgegengesetzt gerichteten Gewinde der durch Reibung mitrollenden Schrauben B stützen, um eine Grösse h. Auf dieser Differenz der Hebung und Senkung der Mittelschraube beruht die Wirkung der Differentialrollschraube.