Text-Bild-Ansicht Band 236

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Ueber den böhmischen Thee; von Anton Belohoubek.

Seit einigen Jahren wird in mehreren Districten Böhmens als Thea chinensis ein Strauch kultivirt, dessen Blätter, als grüner und als schwarzer Thee zubereitet, bereits vielfach, selbst im Auslande, im Handel anzutreffen sind und sowohl an und für sich in Dosen auf Art der üblichen „chinesischen“ gefüllt, als Thee verkauft, als auch zum Fälschen echten chinesischen Thees verwendet werden. A. Vogel hat seinerzeit die Pflanze als Lithospermum officinale erkannt und Verfasser hat es nun unternommen, den böhmischen Thee einer näheren Untersuchung zu unterziehen. Theïn oder irgend ein anderes Alkaloid wurde nicht vorgefunden, sondern nur Cellulose, Schleimstoff, Gummi, einige Glucosen, Fett, ätherisches Oel, Harz, Gerbstoff, Chlorophyll, Eiweisskörper, Huminkörper, organische Salze (namentlich Oxalate), unorganische Körper und Wasser; ausserdem scheint etwas Dextrin und irgend ein Glucosid darin enthalten zu sein.

Die Ergebnisse der quantitativen Untersuchungen sind ihrer Wesenheit nach nachstehend verzeichnet und mit der durchschnittlichen Zusammensetzung des chinesischen Thees verglichen:

Böhmischer Chinesischer
Cellulose 5,9637 21,3067
Gerbstoff 8,2547 13,7842
Fett 9,2910 3,7683
Aetherisches Oel 0,6700
Andere N-freie organische Substanzen 26,4941 24,1286
Theïn 1,7690
Eiweissstoffe 24,5406 19,9067
Asche 20,5960 5,3415
Wasser 9,8599 9,3350
–––––––––––––––––––––
100,0000 100,0000.

Im Uebrigen verweist das Chemische Centralblatt, 1880 S. 152 auf die umfangreiche, mit einer Tafel Abbildungen versehene Abhandlung in dem Archiv technické Mikroskopie a Zboziznalstvi, 1879 Bd. 1.

Vorkommen des Vanillins in gewissen Rübenrohzuckern.

In verschiedenen Rübenrohzuckern hat C. Scheibler (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1880 S. 335) Vanillin nachgewiesen. Es scheint, dass die Muttersubstanz für das Rübenvanillin nicht in dem unlöslichen Rübenmark, sondern unter den löslichen Nichtzuckerbestandtheilen des Rübensaftes zu suchen ist.

Mangan haltiger Absatz eines Brunnens.

Ein schwarzer Absatz in äusserst leichten kleinen Schuppen, welcher sich in grosser Menge in einem Brunnen Hannovers abgesetzt hatte, bestand nach A. Stromeyer (Correspondenzblatt der analytischen Chemiker, 1880 S. 35) aus:

Manganhyperoxyd 58,43
Manganoxydul 13,89
Eisenoxyd 0,63
Kieselsäure (in Kali löslich) 3,50
Sand 1,50
Wasser 22,05
––––––
100,00.

In 1l des zuvor filtrirten Wassers fanden sich 0,002 kohlensaures Eisenoxydul und 0,004 kohlensaures Manganoxydul.

Analyse von Steinsalz.

Nach B. E. Sloan (Chemical News, 1879 Bd. 40 S. 187) hat das Steinsalz von Saltville in Virginien folgende Zusammensetzung: