Text-Bild-Ansicht Band 236

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NaCl 89,21
KCl Spur
CaSO4.2H2O 4,86
Fe2O3 0,84
SiO2 4,53
–––––
99,44

Strontium, Barium und Lithium fehlen.

Ueber die Hühner-Cholera.

Toussaint hat gezeigt, dass die so genannte Hühnercholera, welche zuweilen unter dem Geflügel grosse Verheerungen anrichtet, durch einen mikroskopischen Organismus veranlasst wird. Pasteur zeigt in dem Comptes rendus, 1880 Bd. 90 S. 239, dass sich dieses Mikrobion sehr gut in der Brühe von Hühnermuskeln kultiviren lässt und dass wenige Tropfen dieser Kultur, auf Brod gegeben, die Hühner so stark inficirt, dass ihre mit den Organismen durchsetzten Excremente die Krankheit fortpflanzen. Bei Ausbruch der Krankheit ist jedenfalls für die grösste Reinhaltung des Hofes zu sorgen.

Gegen den Schimmel und Rost der Rosen.

Der Rosenschimmel (Erysiphe pannosa) überzieht nur die Oberfläche der Blätter und jungen Triebe der Rosen und Pfirsiche. Er tritt besonders in heisser und trockener Jahreszeit auf und überwintert mit seinen Dauersporen, welche sich im Herbste an den jungen Trieben der befallenen Pflanzen als kleine, braune Pusteln zeigen. Zur Vertilgung des Pilzes bestreut man die kranken Pflanzen während des Morgenthaues mit Schwefelblumen. Oder man kocht 1k Kalk mit 3k Schwefel und 5l Wasser etwa 1 Stunde lang, verdünnt mit 100l Wasser und besprengt damit die Pflanze. Alle Zweige schimmelkranker Rosen, an denen sich im Herbste Wintersporen zeigen, müssen nach den Industrieblättern, 1880 S. 78 abgeschnitten und verbrannt werden.

Der Rosenrost (Phragmidium rosarum) wächst im Innern des Gewebes der Blätter und Zweige von Rosen und Brombeeren. Die rothen, mehlartigen Rosthäufchen, welche sich im Laufe des Sommers auf den Blättern und Zweigen der pilzkranken Pflanzen zeigen, sind die Sommersporen der ersten Form des Pilzes, aus denen sich sofort die zweite Form des Pilzes entwickelt, die im Herbste die Dauer- oder Wintersporen als schwarzbraune Flecke auf den Blättern erzeugt. Nachdem die Dauersporen in den trockenen abgefallenen Rosenblättern überwintert sind, entsteht aus ihnen im Frühjahr wieder die erste Pilzform. Das sicherste Mittel gegen die Verbreitung des Pilzes ist, dass alle Blätter und jungen Zweige, auf denen sich im Sommer Rost zeigt, sofort abgeschnitten und verbrannt werden und dass ein Gleiches mit allen im Herbste abgefallenen trockenen Blättern der pilzkranken Rosen geschieht. – Brombeersträuche sind aus der Nähe mit Rost befallener Rosen zu entfernen.

Herstellung von Ameisensäure.

Schon i. J. 1855 hat Berthelot nachgewiesen, dass Kohlenoxyd von feuchtem Alkali bei 100° unter Bildung von ameisensaurem Salz absorbirt wird: CO + KOH = KCHO2. V. Merz und J. Tibirica zeigen nun in den Berichten der deutschen chemischen Gesellschaft, 1880 S. 23, dass die Bildung von ameisensaurem Salz rasch erfolgt, wenn zu lockerem Natronkalk feuchtes Kohlenoxyd bei einer 220° nicht überschreitenden Temperatur geleitet wird. Bei höheren Temperaturen wird das gebildete Formiat wieder unter Bildung von Carbonat und freiem Wasserstoff zersetzt. Es dürfte sich empfehlen, auf diese Weise Ameisensäure zu technischen Zwecken herzustellen.

Verfahren zur Entfernung pectinartiger Stoffe aus anorganischen Salzlösungen.

Den Salzlösungen – namentlich Soda- und Potaschelösungen, welche in der Bleicherei und Färberei abfallen, – setzt man nach A. Rümpler in Hecklingen,