Text-Bild-Ansicht Band 236

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sich also ganz so wie der indische Stocklack; auch seine Zusammensetzung ist ähnlich als die des indischen, wie nachfolgende Analyse zeigt:

Harze und andere in Alkohol lösliche Körper 61,7 Proc.
Mit Wasser ausgezogener Farbstoff 1,4
In Aetzkali lösliche Stoffe (Lackstoff) 26,3
Unlöslicher Rückstand 6,0
Verlust und durch Aetzkali ausgezogener Farbstoff 4,6

Ueber die Einwirkung von Aetznatron auf Gusseisen.

Bekanntlich werden gusseiserne Gefässe, in denen Aetznatron andauernd geschmolzen wird, nach und nach unter Bildung eines Schlammes angegriffen. Nach H. Brunck und C. Grabe waren nun die Wände eines solchen Kessels, in welchem längere Zeit Natron auf Dunkelrothglut erhitzt wurde, bis auf Fingerdicke zerstört, indem das Gusseisen in eine zerreibliche Masse verwandelt war, die wesentlich aus dunkeln, bläulich violetten Krystallblättchen bestand. Zwei Proben desselben bestanden aus:

Eisenoxyd 88,01 87,92
Manganoxyd 1,61 1,66
Wasser 10,11 10,30.

entsprechend der Formel H2Fe2O4. (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1880 S. 725.)

Zur Bestimmung der Manganoxyde.

S. Pickering (Chemical News, 1879 Bd. 40 S. 261) hat etwas höhere Resultate erhalten, wenn er die Probe in überschüssiges Jodkalium brachte, schwach ansäuerte und das ausgeschiedene Jod mit unterschwefligsaurem Natron titrirte, als wenn er nach Bunsen die Oxyde mit Salzsäure kochte und das entwickelte Chlor in die Jodkaliumlösung leitete. Er hat nun gefunden, dass bei der gegenseitigen Einwirkung von Jod auf unterschwefligsaures Natrium neben der gewöhnlichen Reaction J2 + 2Na2S2O3 = Na2S4O6 + 2 NaJ auch folgende hergeht: 4 J2 + Na2S2O3 + 5 H2O = 2 NaHSO4 + 8 HJ, so dass z.B. bei 0° 1,84, bei 52° aber 3,9 Proc. Jod zur Sulfatbildung verwendet wird. Verwendet man zum Bunsen'schen Verfahren concentrirte Säure, so erhält man ebenfalls richtige Resultate.

Dauer der Nachweisbarkeit des Phosphors.

L. Medicus (Zeitschrift für analytische Chemie, 1880 S. 164) hat nach 23 Tagen nach dem Tode eines Huhnes in den bereits stark in Verwesung begriffenen Eingeweiden Phosphor nachgewiesen; die Phosphorescens war deutlich ½ Stunde lang wahrzunehmen.

Zur Reinigung der Schwefelsäure von Arsen.

Nach F. Selmi (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1880 S. 206) kann Schwefelsäure leicht vollständig von Arsen befreit werden, wenn man die mit dem halben Masstheil Wasser verdünnte Säure unter Zusatz von etwas Chlorblei destillirt. Alles Arsen geht dann mit dem ersten Destillat als Chlorarsen über.

Verhalten der alkalischen Erden gegen Schwefligsäureanhydrid.

Nach den Versuchen von K. Birnbaum und C. Wittich (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1880 S. 651) nimmt wasserfreier Baryt das Schwefligsäureanhydrid schon bei 200° auf, rascher bei 230° unter Bildung von reinem schwefligsaurem Barium BaSO3. Strontian bildet bei 230°, besser bei 290° neutrales Strontiumsulfit SrSO3. Kalk bildet bei 400° das basische Sulfit Ca6S5O16, welches aber bei 5000 bereits in Sulfat und Schwefelmetall zerfällt (vgl. Schott 1871 202 52). Magnesia absorbirt bei 326° sehr langsam das Schwefeldioxyd; doch liegen die Temperatur zur Bildung und Zersetzung des Sulfits so nahe, dass nur Sulfat erhalten wurde.