Text-Bild-Ansicht Band 236

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im Gestell der Wage, sondern in einer Gabel gelagert ist, welche mittels eines Hebels gehoben und gesenkt werden kann. Dadurch ist es ermöglicht, die Brücke auf ihren Rahmen niederzulassen und die Tragschneiden des Brückenbalkens ausser Berührung mit ihren Pfannen zu bringen, wenn die Wage nicht im Gebrauch ist.

Dem Vorgange Reimann's ähnlich verfährt H. Pfitzer in Leipzig (* D. R. P. Nr. 7378 vom 30. März 1879 und Zusatz * Nr. 9308 vom 6. September 1879) bei Tafel- und Brückenwagen mit Laufgewicht. Das letztere wird, um immer dieselbe Schneidenbelastung zu erzielen, zunächst bis an das äusserste Wagebalkenende gestellt und nach Aufbringen der Last auf die Wage so weit gegen den Unterstützungspunkt des Wagebalkens geschoben, dass dieser sein durch die Last gestörtes Gleichgewicht wieder erlangt.

Säureheber von Hugo Alisch in Berlin.

Dieser Apparat (* D. R. P. Kl. 64 Nr. 9133 vom 14. October 1879) besteht aus einem oberhalb der Säureflasche o. dgl. angebrachten Sammelbehälter, dessen Boden durch ein Glasrohr mit der Flasche (Ballon) in Verbindung steht und an dessen Deckel sich ein Dreiweghahn befindet, mittels dessen man den Behälter je nach Belieben mit einer Luftpumpe oder mit der äusseren Luft in Verbindung setzen kann. Geschieht letzteres, so wird die Flüssigkeit aus dem Ballon in den Sammelbehälter gezogen. Bringt man nun, nachdem letzterer gefüllt ist, die Luftpumpe ausser Wirkung, so kann man mittels eines im Boden des Sammelbehälters angebrachten Hahnes die Flüssigkeit beliebig abzapfen. Ein an der Mündung der Verbindungsröhre angebrachtes Kugelventil verhindert ein Zurückfliessen der Flüssigkeit in den Ballon.

Ueber die Wärmeleitung in Flüssigkeiten.

Nach den Untersuchungen von F. H. Weber (Naturforscher, 1880 S. 137) ist die Wärmeleitungsfähigkeit der Flüssigkeiten abhängig von der specifischen Wärme der Volumeinheit. In folgender Tabelle sind die Wärmeleitungsfähigkeiten k, die specifischen Wärmen der Volumeinheiten γ (Dichte mal specifische Wärme) und der Quotient aus diesen beiden Werthen angegeben:

k y k : y
Schwefelkohlenstoff 0,0250 0,325 0,0769
Benzin 0,0200 0,270 0,0741
Wasser 0,0745 1,000 0,0745
Kupfervitriollösung 0,0710 0,984 0,0722
Zinkvitriollösung I 0,0711 0,976 0,0729
Zinkvitriollösung II 0,0698 0,973 0,0721
Zinkvitriollösung III 0,0691 0,962 0,0718
Kochsalzlösung 0,0692 0,942 0,0735
Alkohol 0,0292 0,450 0,0649
Aether 0,0243 0,378 0,0643
Chloroform 0,022 0,346 0,0636
Citronenöl 0,0210 0,358 0,0587
Olivenöl 0,0235 0,429 0,0548
Glycerin 0,0402 0,738 0,0545.

Das Wärmeleitungsvermögen ist somit der specifischen Wärme der Volumeinheit proportional. Die Grösse der innern Reibung zäher Flüssigkeiten (Glycerin u. dgl.) übt nur einen geringen Einfluss auf die Wärmeleitungsfähigkeit aus. Das Wärmeleitungsvermögen der Flüssigkeiten wächst mit steigender Temperatur.

Temperatur der zugefrorenen Seen.

F. A. Forel (Comptes rendus, 1880 Bd. 90 S. 322) hat am 25. Januar d. J. die Temperaturen des Züricher Sees, welcher eine Eisdecke von 10cm Dicke hatte, bestimmt: