Text-Bild-Ansicht Band 236

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Gewichtstheiles Ia. Dynamit nämlich nur eine Vertiefung in der betreffenden Blei platte und Ablösung eines kleinen Theiles des Randes derselben zur Folge hatte, wurde in Folge der Explosion des Atlas-Dynamits die Bleiplatte nicht allein tief eingedrückt, sondern in sich zerrissen. Auch von den so unangenehm auf die Lungen wirkenden Rückständen der Dynamitexplosion war bei der Explosion des neuen Sprengstoffes nichts zu bemerken. Das Atlas-Dynamit soll noch die weitere gute Eigenschaft haben, dass es bei jeder, auch der niedrigsten, Temperatur explodirt; das für den Arbeiter so gefährliche „Aufthauen“ würde daher bei Anwendung von Atlas-Dynamit-Patronen unnöthig sein. (Glückauf, 1880 Nr. 35).

Zur Abscheidung Ton Schwefel- und Kupferkies.

Um aus einem Erzgemenge Schwefel- und Kupferkies abzuscheiden, wird dieses nach C. Haber in Ramsbeck, Westfalen (D. R. P. Kl. 40 Nr. 9166 vom 21. August 1879) schwach geröstet, worauf die genannten Kiese mittels Magnete ausgezogen werden.

Bleianalysen.

Nach E. Priwoznik (Berg- und hüttenmännisches Jahrbuch, 1880 S. 41) hatten raffinirtes Weichblei der Silberhütte in Przibram (I) und Blei aus Kapnik in Ungarn (II) folgende Zusammensetzung:

I II
Schwefel 0,0028
Kupfer 0,00096 0,1360
Wismuth 0,00161 0,0052
Silber 0,00190 0,0023
Eisen 0,00079 0,0010
Zink 0,00100
Antimon 0,00277 1,6060
Blei (aus dem Abgange) 99,99097 98,2467.

Werthbestimmung der Bleimennige.

Bleisuperoxyd zersetzt sich mit Oxalsäure in Bleioxyd, Kohlensäure und Wasser nach der Formel PbO2 + H2C2O4 = PbO + 2 CO2 + H2 O. Unter Benutzung dieser Reaction empfiehlt F. Lux in der Zeitschrift für analytische Chemie, 1880 S. 153 folgendes massanalytische Untersuchungsverfahren.

Von der zu untersuchenden Mennige werden 2g,07 in einer etwa 300cc fassenden Porzellanschale mit 20 bis 30cc verdünnter Salpetersäure übergossen und unter Umrühren gelinde erwärmt. Ist die Mennige in Bleinitrat und ungelöstes Bleisuperoxyd zerlegt, so fügt man 50cc einer Fünftelnormal Oxalsäurelösung hinzu und erhitzt zum Sieden. Das Bleisuperoxyd wird sofort zerlegt und zu einer klaren, farblosen Flüssigkeit gelöst, während Schwerspath, schwefelsaures Blei, Thon, Sand, Eisenoxyd und dergleichen Zusätze zurückbleiben. Man bestimmt nun in der siedenden Lösung mit Fünftelnormal-Chamäleonlösung die überschüssige Oxalsäure. Die Anzahl gebrauchter Permanganatlösung werden von 50 abgezogen, der Rest ergibt in Procent das als Superoxyd vorhandene Blei.

Da die Zersetzung der Oxalsäure in salpetersaurer Lösung durch Chamäleon langsam stattfindet, so setzt man besser sofort 5 bis 10cc Permanganatlösung zu; die Entfärbung tritt dann sofort ein, ebenso bei weiterem Zusatz von Chamäleon, bis sie gegen Ende langsamer verläuft. Man betrachtet die Titration als beendet, wenn die durch 2 Tropfen Chamäleon bewirkte Rosafärbung innerhalb einer halben Minute nicht völlig verschwunden ist.

Nachdem die Flüssigkeit durch einige Minuten langes Kochen oder durch einen Tropfen Oxalsäurelösung entfärbt ist, wird dieselbe mit Ammoniak bis fast zur Neutralisation, dann mit essigsaurem Ammon oder Natron in genügender Menge versetzt und in bekannter Weise mit Chromatlösung, welche im Liter 14g,761 K2Cr2O7 enthält, titrirt. Die Anzahl verbrauchter Cubikcentimeter gibt in Procent den Gesammtbleigehalt. Wird von diesem das