Text-Bild-Ansicht Band 236

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Hydraulisches Kesselnieten, System Karl Heinrich.

Mit Abbildungen auf Tafel 41.

Die S. 99 d. Bd. beschriebene Differentialpresse kann in Verbindung mit einer Hilfsvorrichtung auch zum Kesselnieten verwendet werden und zwar unter Vermeidung aller jener Uebelstände, welche den bisherigen Methoden anhaften. Die meinem System zu Grunde liegende Idee besteht darin, den vorher provisorisch gehefteten Kessel auf Rollen zu lagern und die Längsnaht durch Verschieben der Pressanlage entlang dem Kessel, die Quernath dagegen bei fixer Lage der Pressvorrichtung durch Wälzung des Kessels zu erzielen.

In Fig. 7 und 8 Taf. 41 ist der Kessellagerungsmechanismus a, a1, die Pressvorrichtung b, b1 und der Vorhalter c in gleichzeitiger Zusammenstellung dargestellt.

Der Auflagerungsmechanismus besteht aus den zwei Wägelchen a und a1, welche auf Schienen laufend einander entsprechend der Kessellänge genähert werden können. Jedes der Wägelchen besitzt ein Rollenpaar d, d1 welches von Schraubenspindeln getragen, durch Drehung der Muttern e dem Kesseldurchmesser gemäss gehoben oder gesenkt werden kann. Die auf je einer Seite des Kessels liegenden Rollen sind durch mit Keilnuth versehenen Wellen verbunden. Mittels eines aufgestellten Handrades kann je ein Rollenpaar gedreht werden, wobei der Kessel, durch Reibung mitgenommen, sich um seine Längsachse dreht, somit jede Querniete in die Höhe des Pressmittels gebracht werden kann.

Die Pressvorrichtung bildet einen Rahmen, der aus zwei gusseisernen Ständern b, b1 besteht, welche durch die Schrauben i derart verbunden sind, dass ihre Entfernung entsprechend dem Kesseldurchmesser veränderlich ist. Jeder der Ständer ruht auf einem Rollenpaar, so dass der ganze Rahmen einen Wagen bildet, der während der Arbeit an der Längsnaht mittels Drehung des Schneckenradgetriebes k entlang dem Kessel verschoben wird.

Der Ständer b enthält die früher beschriebene Nietpresse angeschraubt, während der Ständer b1 den stellbaren Gegenvorhalter h besitzt. Den eigentlichen Vorhalter im Innern des Kessels, der dessen Zusammendrücken verhindert, bildet die Vorrichtung c, von welcher je einer Reihe verschiedener Kesseldurchmesser entsprechend verschiedene Grössen verwendet werden.

Der Vorhalter ist seinem Wesen nach eine sogen. „Amerikaner-Schraube“ m mit linkem und rechtem Gewinde derart, dass durch entsprechende Drehung der mit Handrad versehenen Mutter die Vorhaltköpfe an die Kesselwände angepresst oder von diesen abgehoben werden können. Zur Verhinderung der Spindeldrehung dienen die