Text-Bild-Ansicht Band 236

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Ueber das Rothwerden der Carbolsäure.

Um das Roth werden des farblosen Phenoles zu verhüten, ist nach H. Hager (Pharmaceutische Centralhalle, 1880 S. 77) ein guter Verschluss der Gefässe die hauptsächlichste Bedingung. Da nach angestellten Versuchen diese Rothfärbung namentlich durch den Ammoniak- bezieh. Ammoniumnitritgehalt der atmosphärischen Luft veranlasst wird, so muss das Einfüllen und Umfüllen des geschmolzenen Phenoles in möglichst Ammon freier Luft vorgenommen werden.

Massanalytische Bestimmung von Wismuth.

Kuhara (Chemical News, 1880 Bd. 41 S. 153) versetzt die Lösung von salpetersaurem Wismuth mit überschüssiger Dinatriumarseniatlösung von bestimmtem Gehalt. Nun setzt man Ammoniak hinzu, säuert schwach mit Essigsäure an und titrirt in bekannter Weise den Ueberschuss von Arseniat mit salpetersaurem Uran zurück.

Reinigen von Kupfer.

Nach Wirth und Comp. in Frankfurt a. M. (D. R. P. Kl. 40 Nr. 9265 vom 22. Juli 1879) werden zur Reinigung des Rohkupfers in das geschmolzene Metall 8 Proc. Kalkhydrat oder besser Barythydrat eingerührt, durch dessen Wasser die Unreinigkeiten oxydirt werden sollen.

Herstellung von Eisenoxyd.

Um Eisenoxyd oder englisches Roth herzustellen, löst J. F. N. Macay in Charapoto, Republik Ecuador (D. R. P. Kl. 12 Nr. 9565 vom 20. November 1879) 704 Th. schwefelsaures Eisenoxyd, 1000 Th. krystallisirtes Kupferoxychlorid und 1678 Th. Chlornatrium in Wasser und kocht die Lösung unter Luftzutritt. Kupferchlorid bleibt in Lösung, das ausgeschiedene Eisenoxyd wird abgewaschen und geglüht, um die gewünschte Farbe hervorzubringen.

Verfahren zur Entchlorung des Chlormagnesiums.

Zur Herstellung basischer Ziegel und Zuschläge wollen Gebrüder Ramdohr in Wansleben bei Teutschenthal (D. R. P. Kl. 18 Nr. 9473 vom 19. August 1879) die Endlaugen der Chlorkaliumfabriken so weit eindampfen, dass sie nach dem Erkalten eine feste Masse von krystallisirtem Chlormagnesium (MgCl2.6H2O) mit etwas Chlornatrium oder Chlorkalium bildet. Dieses Salz wird nun mit so viel Thon gemischt, dass eine formbare Masse entsteht und nach dem Zusatz von gepulvertem thonigem Eisenerz zu Ziegeln geformt werden kann. Die Ziegel werden nach dem Trocknen mit oxydirender Flamme und unter Zuführung von überhitztem Wasserdampf so stark erhitzt, dass das Chlor als Salzsäure oder Eisenchlorid entweicht. Die gebrannten Steine bestehen aus Magnesia, Thon und Eisenoxyd und können in bekannter Weise zum Ausstampfen der Oefen oder nach stärkerem Brennen zum Aussetzen derselben verwendet werden. Wo es erforderlich scheint, wird der Masse noch Kalk, Thon oder Eisenstein zugesetzt.

Zur Herstellung von kohlensauren Alkalien mittels Trimethylamin.

Die Actiengesellschaft Croix in Croix, Frankreich (D. R. P. Kl. 75 Zusatz Nr. 9376 vom 9. September 1879) gibt an, dass nach ihrem Verfahren (vgl. 1879 234 * 304) nicht nur reines Trimethylamin, sondern auch das käufliche, Mono- und Dimethylamin enthaltende, angewendet werden könne zur Herstellung kohlensaurer Alkalien.