Text-Bild-Ansicht Band 241

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bringen, auf welcher die fettreichsten Theile schwimmen. Bei einem derartigen Versuche setzten sich 91,2 Procent der zerstoſsenen Körner zu Boden, 8,8 Proc. waren an die Oberfläche gestiegen, deren Zusammensetzung folgende war:

Schwere Leichte
Wasser 11,42 8,14
Proteïnstoffe 7,10 10,10
Fett 2,33 19,07
Aschenbestandtheile 2,86 13,30
Stickstofffreie extractive Stoffe, mit Ausschluſs der Stärke 7,34 6,34
Stärke 67,57 37,54
Cellulose 1,38 5,48
–––––––––––––––––––
100,00 100,00.

Durch Ausscheidung der Antheile, welche leichter als 1,116 sind, erhält man demnach ein weniger Fett, aber mehr Stärke enthaltendes Maischgut. (Aus dem Laboratoire agricole de Hasselt durch die Zeitschrift für Spiritusindustrie, 1881 S. 223.)

Krystallinische Verbindungen von Chlorcalcium mit Alkoholen.

Durch Erwärmen der entsprechenden Alkohole mit reinem geschmolzenem Chlorcalcium hat J. B. Heindl (Monatshefte für Chemie, 1881 S. 200) die Chlorcalciumverbindung des Aethylalkoholes, CaCl2.3C2H6O, des Isobutylalkoholes CaCl2.3C4H10O und des Gährungsamylalkoholes CaCl2.3C5H12O dargestellt.

Ueber die Brauchbarkeit des Azotometers.

Bekanntlich liefert die Bestimmung des in Ammoniakform vorhandenen Stickstoffes durch Zersetzung mit bromirter Natronlauge in dem Azotometer nur dann genaue Resultate, wenn es sich um die Untersuchung solcher Stoffe handelt, welche nur Ammoniakverbindungen enthalten, dagegen frei von gewissen organischen Stoffen sind. Nach Versuchen von A. Morgen (Zeitschrift für analytische Chemie, 1881 S. 37) gibt diese Methode allerdings in reinen Lösungen von Ammoniaksalzen sehr befriedigende Resultate. Zur Bestimmung des Ammoniakstickstoffes in solchen Lösungen, welche neben Ammoniakverbindungen organische Stickstoffverbindungen enthalten, wie Eiweiſsstoffe, Amide, Peptone, Fermente, Alkaloide, Glykoside, ist diese Methode vollständig unbrauchbar, indem auch diese Körper durch eine bromirte Natronlauge eine von Gasentwicklung begleitete Zersetzung erleiden.

In Lösungen, welche neben Ammoniaksalzen keine organischen Stickstoff haltigen Verbindungen, dagegen organische Stickstoff freie Verbindungen in nicht zu groſser Menge enthalten, ist die erwähnte Methode der Ammoniakbestimmung anwendbar; ist der Gehalt solcher Lösungen an organischen Stickstoff freien Stoffen jedoch ein bedeutender (z.B. Maische), so können die nach dieser Methode erhaltenen Resultate zum mindesten keinen Anspruch auf groſse Zuverlässigkeit machen. Für die Bestimmung des durch Zersetzung amidartiger Verbindungen durch Säuren erhaltenen sogenannten abgespaltenen Ammoniaks ist das Azotometer als ein absolut unbrauchbares Instrument zu bezeichnen, indem auch die Amidosäuren, sowie wahrscheinlich andere in diesen Flüssigkeiten noch vorhandene organische Stickstoffverbindungen, als Peptone, Alkaloide und Glykoside, durch die bromirte Natronlauge unter Gasentwicklung zersetzt werden.

Zur Kenntniſs des Glycerins.

Nach A. Etard (Comptes rendus, 1881 Bd. 92 S. 795) bildet sich bei der Einwirkung von Salmiak auf Glycerin in höherer Temperatur eine neue Base, welche er Glycolin, C6H10N2, nennt, deren Chlorverbindung der Formel C6H10N2.HCl entspricht. Bei der Behandlung mit Salpetersäure zerfällt sie in Kohlensäure und Cyanwasserstoff.