Text-Bild-Ansicht Band 242

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erzeugten Drehungen auf und verhindern die Längenschiebung der Karte an der Bindestelle. Durch die von den Spulen a (Fig. 10 Taf. 28) ausgehenden, über die Leitröllchen r1 bis r6 nach der bereits fertig gebundenen Kartenkette umgeleiteten Bindefäden α, β wird ein offenes Fach gebildet, welches die neu eingelegte Karte k aufnimmt. Hierbei steht die durch die Fäden α, β bestimmte Ebene normal zur Achse des Prismas b, dessen Zähne den Transport der Karten bewirken. Die Drehung der Handkurbel c überträgt sich durch die Radvorgelege z1 bis z2 auf die hohle Spindel d, welche die durch Federn e gebremsten Fadenspulen und Leitröllchen trägt. Der Kartentransport findet nicht periodisch statt, indem während ¼ Drehung des Prismas b die Hülse d so viele Umdrehungen ausführt, als Zwirnungen auf die Fäden übertragen werden sollen. Nach der Patentschrift erhalten die Fäden 1½ Drehungen; diesen entspricht daher eine Uebersetzung zwischen b und d von 1 : 6. An jeder Bindestelle der Jacquardkette befindet sich einer der hier beschriebenen Drehapparate. Dieselben haben gemeinsamen Antrieb, so daſs sämmtliche Bindestellen gleichzeitig geschlossen werden. Die Leistungsfähigkeit dieser Maschine dürfte wahrscheinlich derjenigen der Werner'schen Maschine nicht nachstehen; auch besitzt sie neben einfacher Construction den Vortheil der Anwendbarkeit groſser Fadenspulen, während die Schiffchenspule immer nur eine kleine Fadenmenge aufzunehmen vermag.

Ueber Neuerungen an Nähmaschinen.

Mit Abbildungen auf Tafel 29.

(Patentklasse 52. Fortsetzung des Berichtes S. 437 Bd. 240.)

1) Nähmaschinen und Hilfsapparate für feste Naht.

A. Freckmann in Hannover (* D. R. P. Nr. 12656 vom 16. April 1880) wendet bei seiner in Fig. 1 bis 5 Taf. 29 gezeichneten Doppelsteppstich-Nähmaschine ein rotirendes Schiffchen an, welches er leicht und bequem durch die in Fig. 4 angegebene Einrichtung aus dem Schiffchenkorb q (Fig. 1) entfernen kann. Hierzu ist der linke Arm von q um einen Bolzen drehbar, wird aber für gewöhnlich durch einen Schieber p (Fig. 4) in seiner Lage gehalten. Drückt man jedoch gegen diesen Schieber, so wendet eine Feder den Arm q nach auſsen und das Schiffchen kann herausgenommen werden. Ebenso hält aber auch diese Feder die Theile p und q in der geschlossenen Lage fest. Das Schiffchen gleitet auf der Platte x hin, deren Ebene in ihrem oberen Theil etwa 1mm zurücktritt, um dem Faden den nöthigen Spielraum zu lassen.

Die Drehung der Hauptwelle a wird durch einen doppelarmigen Hebel c auf die Welle e übertragen, dessen Drehpunkt d während der