Text-Bild-Ansicht Band 242

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Miscellen.

Geflochtene Baumwolltreibriemen.

Bei den gewöhnlichen Baumwolltreibriemen liegen die Kettenfäden in der Längsrichtung des Riemens und müssen allein die Riemenspannung aufnehmen, während die Schuſsfäden lediglich zum Zusammenhalten der Kettenfäden dienen. Um nun Ketten- und Schuſsfäden bei der Uebertragung einer Kraft durch den Riemen gleichmäſsig anzustrengen, legt J. Paton in Johnstone, Schottland (* D. R. P. Kl. 47 Nr. 14592 vom 30. November 1880) dieselben schräg. Dabei wird der Riemen jedoch nicht als Flachgewebe hergestellt, sondern als Schlauch geflochten. Dieser Schlauch wird, um ihn gegen Feuchtigkeit unempfindlich zu machen, in heiſsem Wasser oder Kalilauge gewaschen und dann in einer Catechulösung gekocht; zwischen Walzen platt gedrückt, wird er hierauf durch ein Stärkebad gezogen und mit Hilfe rotiren der Bürsten mit Walthran eingerieben. Schlieſslich wird er durch einen Kalander geführt, welcher die überflüssige Stärke auspreſst und die Oberflächen des Riemens glättet. Während er zwischen den schnell sich drehenden Walzen durchläuft, wird der Riemen zugleich gereckt, damit er bei späterer Benutzung sich nicht mehr dehnen kann. Die so hergestellten Riemen sollen bei gleichem Gewicht eine viel gröſsere Leistungsfähigkeit besitzen als gewöhnliche Baumwolltreibriemen. Auch Nähschnüre zur Riemenverbindung werden in ähnlicher Weise hergestellt.

Neuerungen in der Herstellung von Dichtungsmitteln für Dampfleitungen.

Bei Anwendung des Asbestes zu Dichtungszwecken auf nicht vollkommen ebenen und glatten Flanschenflächen zeigt sich, indem die mineralischen Asbestfasern sich nicht so innig verfilzen wie vegetabilische Fasern in gewöhnlicher Pappe, besonders beim ersten Eindringen des Dampfes in die Leitung ein Durchblasen desselben, in Folge dessen Asbesttheile fortgerissen werden. Um diesem Uebelstand vorzubeugen, setzt C. Kesseler in Berlin (D. R. P. Kl. 47 Nr. 15209 vom 28. November 1880) dem Asbest Wasserglas zu, ebenso wie man gewöhnlichem Papier Leim zum Befestigen der Fasern zugibt. Der so hergestellten Asbestmasse werden noch fein gepulverte, feuerbeständige Mineralien – wie Graphit, Thonerde, Chamotte, Kokes, Steinkohlenasche u. dgl. – beigemischt. Als zweckentsprechendste Mischung wird Wasserglas mit Graphit und Infusorienerde empfohlen. In Verbindung mit Gummi soll die so gewonnene Masse ein Dichtungsmaterial bilden, welches genügende Elasticität besitzt, um selbst bei ganz unebenen Flächen in Anwendung gebracht werden zu können.

Brückenwage als selbstthätige Getreidewägemaschine.

L. F. Hecht in Quedlinburg (* D. R. P. Kl. 76 Nr. 10782 vom 29. November 1879) richtet Brückenwagen als selbstthätige Getreidewägemaschinen in der Weise ein, daſs er die Gosse, durch welche das Getreide dem auf der Brückenwagentafel befindlichen Kasten zugeführt wird, mit einem Schieber versieht, welcher durch eine Auslösklinke so lange offen gehalten wird, als die gewünschte Gewichtsmenge an Getreide noch nicht in das Wiegegefäſs eingelaufen ist. Die Auslösklinke hängt mit dem Wagehebel so zusammen, daſs sie bei erreichter Gleichgewichtslage des letzteren den Absperrschieber der Gosse frei macht, worauf der Schieber zufällt und der Getreidezufluſs zum Wagegefäſs unterbrochen wird. Soll der Zulauf wieder beginnen, so muſs der Schieber mittels einer Schnur wieder aus der Gosse herausgezogen werden.

Werkzeuge zum Schleifen von Kratzenbelag.

Das Schleifen des Kratzenbelages mittels gewöhnlicher Schmirgelwalzen hat nur ein einseitiges Abschrägen der Häkchen zur Folge; die Schleifwerkzeuge