Text-Bild-Ansicht Band 244

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Miscellen.

Carlé's Schlichtstahlhalter.

Um das zum Schlichten nöthige Federn des Drehstahles zu erzielen, läſst F. Carlé in Gieſsen (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 17 206 vom 22. Juli 1881) den Stahlhalter zweitheilig quer zur Achse herstellen und legt zwischen beide Theile, also senkrecht zur Arbeitswirkung, eine elastische Scheibe von Leder o. dgl., ein.

Mg.

Beckert's Nietmaschine für Zungennadeln.

Während sich beim jetzigen Verfahren der Vernietung der Zungen in den Zungennadeln für Wirkmaschinen die Niete in ihrem mittleren Theil durch die Wirkung der Hämmer leicht verbiegt und in Folge dessen die Zunge festgeklemmt wird, sollen diese Uebelstände bei der Nietmaschine von E. Beckert in Erfenschlag, Sachsen (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 16 231 vom 4. Mai 1881) dadurch vermieden werden, daſs die Niete gleichzeitig von beiden Seiten mittels schnell rotirender Hämmerchen vernietet werden. Die Wirkung dieser Hämmerchen soll mehr auf ein Stauchen der Niete hinzielen als auf das An hämmern eines Grathes.

An den gegenüber stehenden Enden zweier horizontaler Wellen sind zu diesem Zwecke je ein Stahlstift ähnlich wie die Körnerspitzen einer Drehbank eingesetzt. Zwischen beiden Stahlstiften wird die zu vernietende Zungennadel mittels eines eigenartigen Spannklobens genau centrisch eingeführt. Während des Vernietens werden nun die schnell von Schnurscheiben umgetriebenen Wellen von einem Doppelhebel aus gegen einander geführt. Die Lager der Wellen sind zu diesem Zweck in Nuthen des Arbeitstisches gleitbar und diese Schlitten durch Gelenkhebel mit einander bezieh; mit dem zur Steuerung dienenden Doppelhebel derart verbunden, daſs eine Bewegung des letzteren eine Verschiebung beider Schlitten gegen einander hervorruft; die Anordnung der Treibschnur bewirkt dann stets selbstthätig wieder das Auseinandergehen der Schlitten. Ein eigentliches Verhämmern der Niete findet demnach hier nicht statt; vielmehr wird die Niete durch die gegen einander drückenden, dabei schnell rotirenden Stahlstifte an ihren Enden verrieben. Auf diese Weise wird vermieden, daſs die Niete nur durch den angehämmerten Grath, welcher beim Schleifen der Nadeln oft weggenommen wird, in den Löchern gehalten werden; die Zungen sitzen also viel sicherer.

Verfahren zum Schweiſsen von Metallen in Rothglühhitze.

Durch eine aus 0k,66 Stahl- oder Eisenspäne, 0k,32 Borax und 0k,02 Salmiak zusammengesetzte Masse glaubt H. Julien in Brüssel (* D. R. P. Kl. 49 Nr. 16601 vom 8. Januar 1881) nicht nur eine Verstärkung von Metallstücken, sondern auch ein Schweiſsen aller Arten Metalle erzielen zu können.

Um eine Verstärkung bei Metallstücken machen zu können, habe man nachstehendes Verfahren zu befolgen: Nachdem man das zu verstärkende Metall ins Feuer gebracht und sofort aus demselben wieder herausgenommen hat, wenn dasselbe den erforderlichen Hitzegrad, die Dunkelglühhitze, erreicht, taucht man dasselbe in die angegebene Composition (diese haftet dem Metall in bedeutendem Maſse an) und vergröſsert nunmehr die Haltbarkeit der anhaftenden Masse durch ein sehr schnelles Hämmern desselben. Dieses Hämmern treibt den Borax, welchen man zum Schmelzen der Eisen- oder Stahlfeilspäne benutzt hat, aus und es bleiben daher nur die letzteren zurück, welche in auffallendem Maſse anhaftend und widerstandsfähig sein sollen.

Zum Schweiſsen werden die vorher vorgearbeiteten, zugespitzten Theile bis zur Kirschrothglühhitze, vielleicht etwas darüber, erhitzt, wobei beachtet werden muſs, daſs die eigentliche Schweiſstemperatur weder erreicht, noch überschritten wird. Die zu schweiſsenden Flächen werden darauf mit dem Schweiſspulver bestreut und die Stücke wieder in das Feuer gebracht, alsdann