Text-Bild-Ansicht Band 244

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kann. Der angewendete Bohrer hat eine der Querschnittsgestalt der Kannelirung entsprechende Kopfform und wird vor den Anfang der Kannelirung eingestellt und dann in Rotation versetzt- durch entsprechende Verschiebung mittels der Schraube bei g wird nun die Tiefe der Kannelirung bestimmt, dann eine Seitenverschiebung mittels der Schraube n so lange vorgenommen, bis die ganze Länge der Kannelirung gebildet ist; alsdann wird der Bohrer auf die Anfangs Stellung zurückgeführt, das Arbeitstück mittels der Theilscheibe gedreht und zur Bildung der zweiten Kannelirung geschritten. Damit alle Kannelirungen gleich lang werden, sind auf dem Supporttheile a zwei Anschläge angebracht, welche die für den Theil f mögliche Seitenbewegung genau bestimmen. Ist der mit Kannelirungen zu versehende Schaft der Säule cylindrisch, so muſs natürlich die Achse der Schraube n genau parallel zur Säulenachse eingestellt werden; ist dagegen der Schaft ein abgestumpfter Kegel, so muſs, wenn die Kannelirung an allen Stellen gleich tief sein soll, die Achse der Schraube n parallel der äuſseren Kante verlaufen, und soll die Kannelirung nach der Spitze hin flacher und schmaler werden, um z.B. die Zwischenräume zwischen je zwei Kannelirungen an allen Stellen gleich breit zu erhalten, so müssen die Achse der Schraube n und die äuſsere Kante der Säule einen entsprechenden Winkel mit einander einschlieſsen. Bei umständlicheren Formen endlich ist es nöthig, die Schraube bei g mit in Benutzung zu ziehen.

3) Bildung von schraubenförmig verlaufenden Kannelirungen: Hier muſs auſser der Seitenbewegung des Bohrers zugleich eine entsprechende Drehbewegung der Säule stattfinden, welche in entsprechendem Maſse erreicht wird durch Einrückung des Rades k in das Zwischenrad l und die Theilscheibe i. Ist alsdann der Bohrer bis zur entsprechenden Tiefe in das Holz der Säule mittels der Schraube bei g eingeführt, so wird durch Drehung der Schraube n nicht mehr allein eine Seitenverschiebung des Bohrers, sondern zugleich eine Rotationsbewegung der Säule hervorgerufen und damit die Schraubenlinie gebildet. Die Neigung der gebildeten Schraube ist dabei abhängig von der Uebersetzung zwischen der Schraube n und der Theilscheibe i, welche durch Auswechseln des Rades k verändert werden kann. Bezeichnet man die Anzahl der Zähne des Rades k mit z, die Steigung der gebildeten Schraube mit s in Millimeter, so erhält man:

bei z = 10 15 20 25 30 35 40
für s = 96 64 48 38 32 27 24.

Nach Fertigstellung einer Kannelirung wird der Bohrer in die Anfangsstellung zurückgeführt, dann der Lagerbock o so verschoben, daſs die Verbindung des Rades k mit der Theilscheibe unterbrochen wird, nun die Theilscheibe um eine entsprechende Theilung allein verdreht und dann das Rad k zur Bildung der zweiten Kannelirung wieder eingerückt.

4) Bearbeitung von tellerförmigen Flächen: Derartige Arbeitstücke werden ohne Zuhilfenahme des Reitstockes an der Drehbankspindel befestigt und nun der Apparat so aufgestellt, wie es Fig. 4 zeigt, wobei zur Führung der Schnur eine vierte Leitrolle d benutzt ist. Die Arbeit selbst kann dann in gleicher Weise wie in den vorigen Fällen ausgeführt werden.

Universal-Metallbearbeitungsmaschine.

Mit Abbildung auf Tafel 31.

Das Princip der sogenannten Universalmaschinen, welches sich in der Holzbearbeitungstechnik so allgemein eingeführt und bewährt hat, beginnt sich allmählich auch in der Metallbearbeitung Eingang zu verschaffen. Eine äuſserst interessante Lösung der schwierigen Aufgabe