Text-Bild-Ansicht Band 247

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daſs dieselben mit der Ladung verbrennen und eines Ausziehers nicht bedürfen. Die Hülse wird in der Weise hergestellt, daſs ein loses Baumwoll- oder Seidengewebe, dessen Maschen etwa 3 bis 4mm weit sind, mit einem explosiblen Körper, z.B. Nitroglycerin, getränkt oder mit einem Gemisch von Schwefel und Salpeter versetzt wird. Nachdem dieses Gewebe getrocknet ist, wird es auf eine Glastafel gelegt und mit Collodium, welchem behufs Erlangung einer Geschmeidigkeit Ricinusöl beigemengt ist, übergössen. Sodann wird das Gewebe zwischen Walzen geglättet und zur Herstellung der Hülsen zugeschnitten. Die aus diesem Material hergestellten gefirniſsten Hülsen widerstehen der Feuchtigkeit und sollen ohne Rückstand verbrennen.

An und für sich ist das Streben, die Metallhülsen wieder durch Stoffhülsen zu ersetzen, keineswegs zu verwerfen. Nur sind folgende Bedingungen im Auge zu behalten: Die Stoffhülsen müssen ohne Rückstand verbrennen; die dabei entstehenden Gase dürfen die Laufwandungen nicht in erheblichem Maſse angreifen; die Hülsen müssen erheblich billiger als die Metallhülsen sein und genügende Widerstandsfähigkeit behufs Verwendung derselben bei der Zukunftswaffe, dem Magazin- oder Repetirgewehr, besitzen. Ob diese Bedingungen von der Reunert'schen Hülse erfüllt werden, muſs die Erfahrung lehren.

W. S.

Ueber die Fortschritte der Gold- und Silbergewinnung in den Vereinigten Staaten Nordamerikas.

Nach den Mittheilungen von T. Egleston in der School of Mines Quaterly (Berg- und Hüttenmännische Zeitung, 1882 S. 278) sind in den Vereinigten Staaten in den letzten 30 Jahren groſse Fortschritte in der Metallurgie gemacht worden, namentlich seit der Entdeckung des gediegenen Kupfers am Obernsee und von Gold in Californien (1841).

Gold führender Sand wurde anfangs in etwa 10cm tiefen Eisenblechpfannen mit den Händen verwaschen; dann folgte als Concentrationsapparat die Wiege (cradle oder rocker), ein auf Rollhölzern zu schaukelnder Kasten, mit Sieb am oberen Ende zur Aufnahme des Sandes und Waschwassers, dessen Boden mit Querleisten versehen war. Der darin concentrirte Sand wurde dann in der Blechpfanne fertig verwaschen. Der Wiege folgte der Longtom, ein mehr oder weniger langes U-förmig gestaltetes Gefaſs mit durchlöchertem Boden aus Eisenblech. Gleichzeitig kam ein Spundfaſs mit Rührer (puddler) in Anwendung bei Vorhandensein von spärlichem Wasser. Der nächste Fortschritt war die „Sluice“, eine wenigstens 15m lange Rinne mit falschem Boden mit bis zu einer gewissen Tiefe gebohrten Löchern, in denen sich Quecksilber befand; das erfolgte Goldamalgam wurde in einem Buckskinbeutel ausgedrückt und der feste Rückstand der Destillation unterworfen. Die