Text-Bild-Ansicht Band 247

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Ausschnitte des Holzes eingedrückt und unter einem Balancier festgepreſst. Letzteres geschieht ohne Anwendung von Bindemitteln. Da die Figuren ganz genau in das Holz passen, so wird durch den Druck beim Pressen das Holz so fest mit dem Metall verbunden, daſs es sehr schwer ist, die Metallfigur wieder aus dem sie umgebenden Holze heraus zu lösen. Nun wird unter die Furnür auf der Papierseite ein Rücken von Holz, Pappe o. dgl. durch Leim, Cement o. dgl. befestigt. Die Vorderseite wird eben gefeilt, geschliffen, polirt und endlich fertig gemacht. Dieses Verfahren findet auf alle eingelegte Arbeit, wie Thür- und Firmenschilder, Nummern, Panele, Tischplatten u.a. Anwendung.

René's Präparationsapparat für Hölzer.

Eine Vervollkommnung seines früheren Verfahrens (vgl. 1881 240 * 445) hat C. A. René in Stettin (* D. R. P. Kl. 38 Nr. 20043 vom 16. Februar 1882) in Aussicht genommen. Es wird bezweckt, die in den zu behandelnden Hölzern, besonders solchen, welche für den Instrumentenbau benutzt werden, befindlichen Harze und Oele durch die eigentümliche oxydirende Wirkung des Ozons binnen 2 bis 3 Stunden in feste Körper zu verwandeln und den Wassergehalt zu beseitigen. Die Hölzer werden in einem geschlossenen Behälter zwischen einstellbaren Schienen in gewissen Abständen von einander gelagert. Der zu benutzende Sauerstoff wird in bekannter Weise (vgl. 1882 243 * 472) aus Baryt entwickelt und während des Durchganges durch die Hölzer durch rege Funkenbildung mittels einer Influenz-Elektrisirmaschine ozonisirt. Der Behälter mit dem Bariumoxyd und der Dampfkessel für den Ejector und die Maschine, welche das Gebläse sowie die Elektrisirmaschine treibt, liegen über derselben Feuerung. In dem ersteren Behälter befindet sich ein mit Quecksilber gefüllter Cylinder, dessen Kolben durch das sich ausdehnende Quecksilber sich hebt und hierbei ein Ventil bewegt, welches die Dampfleitung zum Ejector öffnet, und ein zweites, welches die Verbindung des Bariumoxydbehälters mit dem Präparationskasten herstellt.

Heizung und Ventilation des kgl. Gerichtshofes in London.

Die Einrichtung der Heizung und Ventilation bei den Gebäuden des im vergangenen Jahre eröffneten kgl. Gerichtshofes in London führte bei der Groſsartigkeit der Anlage zu bemerkenswerthen Aufgaben, deren Lösung naher im Engineering, 1882 Bd. 34 S. 623 mitgetheilt wird.

Zur Ausführung kam eine Heiſswasser-Niederdruckheizung, theilweise combinirt mit Luftheizung. Die ganze Gebäudeanlage ist symmetrisch zu einer groſsen Halle angeordnet; dem entsprechend konnten 4 gleiche Heiz- und Ventilationsanlagen eingerichtet werden, welche getrennt oder zusammen wirken können. In dem Keller unter der erwähnten Halle liegen 4 50e-Kessel zur Wassererhitzung und 2 Kessel, welche den Dampf für die Maschinen der Ventilatoren und für die Erwärmung der Ventilationsschächte liefern. Die ersteren 4 Kessel, welche unter den Ecken der Halle liegen, sind durch Vorlagen verbunden, welche um den Keller laufen und von denen die Heizröhren sich abzweigen, um die einzelnen Räume zu heizen. Die Länge sämmtlicher Heizröhren beträgt 17700m.

Unter jedem Gerichtssaal ist eine Kammer angelegt, welche 2 gleiche Räume enthält; in diese wird durch Ventilatoren, welche in den Höfen aufgestellt sind, Luft getrieben. Letztere wird in dem einen Raum durch Heiſswasserröhren erwärmt und vereinigt sich mit der durch den zweiten Raum gedrückten kalten Luft, wobei mittels vorgespannter grober Tücher eine Reinigung des Luftgemenges von Staub und Rauch herbeigeführt wird. Durch entsprechende Stellvorrichtungen kann der jeweiligen Witterung entsprechend die Menge der warmen und der kalten Luft regulirt werden, so daſs auch in der kältesten Jahreszeit eine Temperatur des Saales von 14,5° bis 15,5° erzielt wird. Die Ventilatoren sind so ausgeführt, daſs sie für einen Saal in der Minute 283cbm Luft liefern, für die ganze Anlage zusammen in der Stunde 262000cbm. Das Luftgemisch tritt dann aus dem Mischraum durch lothrechte Kanäle in den betreffenden Saal; die verbrauchte Luft wird an der Decke und auf den Gallerien durch Ventilationsschächte, welche mittels Dampfröhren