Text-Bild-Ansicht Band 247

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Um bei Bereitung photographischer Emulsionen die ungelösten, pulverförmigen Silbersalze zu entfernen, werden nach J. Plener in London (D. R. P. Nr. 20733 vom 3. Mai 1882) die auf gewöhnliche Weise hergestellten Emulsionen in ein kegelförmiges, im Inneren versilbertes Metallgefäſs gebracht, welches mit einer Geschwindigkeit von etwa 4000 Umdrehungen in der Minute rotirt. Nachdem in Folge der Centrifugalkraft die ungelösten Silbersalze an der Peripherie sich abgesetzt haben, wird die Lösung mittels eines Hebers entfernt. Der Rückstand wird mit warmem Wasser ausgewaschen.

Die Abtönungsvignetten von J. B. Feilner in Bremen (D. R. P. Nr. 20740 vom 16. Mai 1882) werden hergestellt durch Photographien von Papierschablonen, welche, auf Glasplatten aufgeklebt, in der Gröſse und im Verhältniſs gleichweit auf einander folgen. Das Photographiren geschieht, indem diese Glasplatten, in bestimmter Reihenfolge mit matten Glasscheiben abwechselnd, in einem gegen seitliches Licht abgeschlossenen Kasten vor der Linse eines Porträtobjectivs angeordnet sind. Vignetten mit Wolkenzeichnung werden erhalten, indem eine mit Lack überzogene Platte, auf welcher die Wolkenzeichnung durch Radiren hergestellt ist, zwischen die genannten Glasplatten eingeschoben wird.

Nach dem an Ed. Godard in Paris (D. R. P. Nr. 20599 vom 17. Mai 1882) patentirten System der Glasmalerei werden die Glasplatten in gewünschter Gröſse ausgeschnitten, gut gereinigt und mit einer lichtempfindlichen Schicht, welche aus einer Lösung von 5g Dextrin oder Traubenzucker in 100g Wasser mit einem Zusatz von chromsaurem Ammoniak besteht, überzogen. Nach dem Trocknen derselben legt man die Platten in einem Copirrahmen auf die betreffenden Zeichnungen und exponirt sie dem Licht. Nach genügender Belichtung wird die fein gepulverte und trockne Glasfarbe in einem dunklen Zimmer aufgestrichen, hierauf werden die Glasscheiben in einem Bade, bestehend aus 1000g Methylalkohol und 30 bis 40g Salpetersäure, gewaschen, wobei nur die gefärbten Partien stehen bleiben. Darauf wird die Farbe in gewöhnlicher Weise eingebrannt.

Herstellung von Schwefelnatrium aus Sodarückständen.

Der Verein chemischer Fabriken in Mannheim (D. R. P. Kl. 75 Nr. 20947 vom 24. März 1882) behandelt frische Sodarückstände mit der dem Schwefelcalcium äquivalenten Menge Sulfat und wenig Wasser unter einem Dampfdruck von 5at. Das gebildete Schwefelnatrium wird durch Auslaugen von dem Gyps getrennt.

Verfahren zur Herstellung salpetriger Dämpfe.

Nach G. Prim in Mons (D. R. P. Kl. 12 Nr. 20722 vom 15. März 1882) läſst man in einen Behälter gepreſste feuchte Luft eintreten, um sie hier in der Weise der Einwirkung der Elektricität auszusetzen, daſs zwischen zwei Leitungsdrähten eines Rühmkorff'schen Inductors Funken überschlagen, während ein zweites Paar Drähte in zwei parallele Condensatorplatten endigen, zwischen welchen eine dunkle Entladung stattfindet. Durch ein am Boden des Behälters befindliches Ventil, welches zur Aufrechthaltung des Druckes eine geeignete Belastung erhält, entweichen die salpetrigen Dämpfe nebst dem überschüssigen Stickstoff nach den Absorptionsapparaten.

Ueber Saccharin und Saccharinsäure.

Zur Herstellung von Saccharin wird nach H. Kiliani (Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft, 1882 S. 2953) eine kalte Lösung von 1k invertirtem Rohrzucker in 91 Wasser mit 100g Kalkhydrat versetzt und in einer verschlossenen Flasche unter öfterem Umschütteln stehen gelassen. Nach etwa 14 Tagen gibt man zu der jetzt klaren rothgelben Lösung noch 400g Kalkhydrat, worauf sich nach wiederholtem Umschütteln nach und nach ein Theil der Zersetzungsproducte als schwer lösliches, voluminöses, basisches Kalksalz abscheidet. Sobald eine Probe der über dem Niederschlage stehenden klaren Flüssigkeit alkalische Kupferlösung nur mehr schwach reducirt, was nach 1 bis 2 Monaten der Fall ist. wird die ganze Lösung filtrirt, mit Kohlensäure gesättigt, der Rest des