Text-Bild-Ansicht Band 247

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Seite genau gerade bearbeitet und mit ihren flachen Enden in Schlitze der Rahmentheile eingeschoben, welche sich über die ganze Breite der Maschine erstrecken. Zwischen den in den Schlitzen steckenden Enden der Preſsleisten und der oberen Schiene des Schlitzes in den Rahmentheilen sind starke Gummistreifen eingelegt. Die Preſsstäbe lassen sich in den Schlitzen der Rahmentheile in der Längenrichtung verschieben. Die unteren Querstege der Rahmentheile enthalten das Muttergewinde zu den Schraubenspindeln, welche mittels einer Kurbel den Obertheil nach unten gegen die Oberfläche des Untertheiles bewegen, wodurch die dazwischen befindlichen Furnüre gepreſst werden.

Nachdem die Blindhölzer mittels Aufleimens ihren Furnürbelag erhalten haben, werden sie bei hochstehendem Obertheil auf die Oberfläche des Untertheiles der Furnürpresse, also auf die oberen Seiten der Riegel aufgelegt, so daſs die Furnüre nach oben gerichtet sind. Hierauf werden die Preſsstabe in jene Stellungen gebracht in welchen sie am zweckdienlichsten auf die Furnüre drücken können, und dann mittels entsprechender Umdrehung der Kurbel der Obertheil nach unten bewegt. Dabei werden sich die Preſsstabe schlieſslich auf die Furnüre auflegen, und zwar ohne dieselben nur im mindesten aus ihrer Lage zu verrücken, wie dies beim Anziehen der Schrauben an den gewöhnlichen Schraubböcken oder den Schraubzwingen vorkommen kann. Je stärker der auf die Kurbel ausgeübte Druck ist, um so fester werden die Furnüre aufgepreſst werden. Etwaige Verschiedenheiten in der Stärke der Furnüre oder des Holzes kann die Gleichmäſsigkeit des Druckes nicht beeinträchtigen, da der über den Enden der Preſsstabe liegende Gummi denselben gestattet, sich der Fläche der Furnüre gemäſs auf dasselbe zu legen. Sind die zu furnürenden Stücke gröſser, als sie die Maschine zu überspannen vermag, so werden zwei Maschinen zusammengerückt, was sich in Folge ihrer Fahrbarkeit nicht nur leicht, sondern auch mit genauer Uebereinstimmung der Spannflächen thun läſst. Das Furnüren von Kehlstöſsen läſst sich mittels der Stiebitz'schen Maschine unter Anwendung von Zulagen ebenso gut bewerkstelligen als mit Schraubzwingen.

Herstellung durchsichtiger Muster auf mattirten Glasflächen.

Nach S. Reich und Comp. in Wien und Berlin (D. R. P. Kl. 32 Nr. 21540 vom 18. Juli-1882) erhält man die durchsichtigen Stellen, indem man einen mattirten Glasgegenstand mit einem leicht schmelzbaren Glassatz bestreicht bezieh. bedruckt und diesen dann in einem Muffelofen aufbrennt. Der Glassatz schmilzt, wobei die von ihm bedeckten matten Stellen durchsichtig werden.

Herstellung von Isolirteppichen.

Nach Rensch und Hauser in Wädensweil, Schweiz (D. R. P. Kl. 8 Nr. 21249 vom 18. April 1882) werden Wollabfälle, bestehend aus Walkhaaren, Spinnereiflaum und Kardenabgang gereinigt, gespült und in einem Bade aus Wasser, Salz, Alaun und chromsaurem Kalium getränkt, welches die Wolle unverbrennlich machen und Ungeziefer fern halten soll. Diese getränkten Wollabfälle sollen zur Herstellung von Isolirteppichen mit Holzcement auf Papier befestigt werden.

Herstellung feuersicherer Stoffe.

G. Gehring in Landshut (D. R. P. Kl. 61 Nr. 20267 vom 30. December 1881) will feuersichere Theaterdecorationen aus Geweben von Draht und vegetabilischen Fasern herstellen, welche mit mineralischen Stoffen getränkt werden.

Nach J. C. Kirchner und G. Goepel in Schweinfurt (D. R. P. Kl. 61 Nr. 20 697 vom 29. December 1881) wird ein Gemisch vom Asbest und Leinenfasern wie Papiermasse auf dem Holländer klein gemahlen. Die Masse wird alsdann ausgepreſst und der Filz in einem Rührbottich mit dünner Leim- und Wasserglaslösung zu einem flüssigen Brei angerührt. Eine Bahn schwachen Eisengeflechtes wird durch Walzen unter dem Auslauf des Rührbottichs hin geführt, so daſs die Masse gleichmäſsig darauf sich ergieſst. Die Flüssigkeit läuft durch die Drahtmaschen ab, die Filzfasern werden in die Maschen eingesaugt. Die so belegte Drahtflechtbahn läuft dann durch die Naſspreſswalzen und sodann durch den Kalander.