Text-Bild-Ansicht Band 247

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Wegeli'schen Porzellanfabrik herrühren. Die Hauptmenge derselben (I) ist in Ballen zusammengeschlagen, wie sie noch heute zur Dreherei geliefert werden; sie ist, wie H. Seger in der Thonindustriezeitung, 1882 S. 467 berichtet, sehr weiſs und wenig plastisch. Die Masse II kam in regellosen Haufen vor, ist ebenfalls sehr weiſs und wenig plastisch. Eine in geringer Menge vorkommende Masse (III) ist röthlich gefärbt und wenig plastisch. Ferner fand sich geschlämmte Erde (IV), wahrscheinlich die anfangs von den Porzellanfabriken ausschlieſslich gebrauchte Auererde, deren Lager jetzt erschöpft sind. Die Analyse ergab folgende Bestandtheile:

I II III IV
Thonsubstanz 81,55 84,96 81,37 96,19
Quarz und Feldspath 18,45 15,04 18,63 3,81
Der sandige, aus Quarz und Feldspath bestehende Rückstand ergab:
Kieselsäure 12,59 10,37 13,50 3,04
Thonerde 3,91 2,63 3,56 0,55
Kalk 0,56 0,77 0,52 0,07
Kali 0,52 0,46 0,40 0,08
Natron 0,87 0,81 0,65 0,07
––––– ––––– ––––– –––––
18,45 15,04 18,63 3,81.
Berechnet man aus dem vorhandenen Kalk, Kali und Natron den Feldspath-
gehalt, so ergibt sich:
Feldspath 17,28 17,48 13,10 1,72
Quarz 1,17 5,53 2,08.

Gefundene Roherde war sehr weiſs und reichlich mit gröſseren Quarzstücken durchsetzt. Nach dem Ausschlämmen von 50 Proc. verblieben in dem abgeschlämmten Theile:

Thonsubstanz 88,72 Proc.
Quarz und Feldspath 11,28
Der sandige Rückstand bestand aus:
Kieselsäure 6,75
Thonerde 2,70
Kalk 0,85
Kali 0,27
Natron 0,71
–––––
11,28.

Bemerkenswerth ist das Zurücktreten des Kaligehaltes und das Hervortreten des Natron- und Kalkgehaltes in dem Feldspath, welcher in den Massen vorhanden ist. Es deutet dies darauf hin, daſs nicht ein Orthoklasfeldspath, wie er jetzt allgemein für die Porzellanfabrikation verwendet wird, sondern vielleicht ein Oligoklasfeldspath mit geringerem Kieselsäuregehalte angewendet wurde. Es erklärt sich hieraus auch der Umstand, daſs bei der Masse Nr. II und der Roherde sich aus dem Alkaligehalte ein höherer Feldspath berechnet, als wirklich gefunden wurde.

Verfahren zur Herstellung künstlicher Muttermilch.

Nach O. Lahrmann in Altona (D. R. P. Kl. 53 Nr. 19777 vom 6. December 1881) soll Milch mit der erforderlichen Menge Zucker, Rahm oder Wasser versetzt, dann mit Pankreasferment behandelt werden, bis der überschüssige Theil der durch Säuren fällbaren Eiweiſsstoffe in Peptone oder peptonartige Stoffe übergeführt ist.

Zur Kenntniſs des Milchzuckers.

Durch Behandlung von Milchzucker mit 5 Th. gekühlter Salpetersäure, Zusatz von 2 Vol. concentrirter Schwefelsäure und tüchtigem Kneten der Masse erhielt G. Gé ein weiſses Pulver, aus welchem durch Alkohol der 3fach salpetersaure Ester des Milchzuckers, C12H19(NO2)3O11 gelöst wird, der schwerlösliche 5fach salpetersaure Ester, C12H17(NO2)5O11 aber in farblosen Tafeln zurückbleibt, welche bei 139° schmelzen und bei 156° explodiren. (Berichte der russischen physikalisch-chemischen Gesellschaft, 1882 S. 253.)