Text-Bild-Ansicht Band 247

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Ablesen der Temperaturen dienen zwei gewöhnliche Skalen von übereinstimmender und gleichgerichteter Theilung, welche nur um die Länge des Quecksilberfadens versetzt zu sein braucht.

Apparat zum Trocknen von Buntpapier und Tapeten.

Bei Trocknen des von der Kolorirmaschine kommenden gefärbten Papieres auf dampfgeheizten Cylindern ist man der Gefahr ausgesetzt, daſs in Folge der zu starken Erhitzung des Papieres die Farbe oder vielmehr der Leim, mit welchem dieselbe fixirt wurde, blasig wird. Um diesem Uebelstande zu entgehen, führt Leonh. Biermans in Turnhout, Belgien (* D. R. P. Kl. 55 Nr. 19849 vom 16. November 1881) das Papier an der geheizten Fläche in einem bestimmten Abstand vorüber, so daſs eine zwischen Heizfläche und Papier vorhandene Luftschicht die Wärme überträgt.

Den Heizkörper bildet ein flaches Rohr von rechteckigem Querschnitt, aus Eisen oder Kupfer hergestellt, von der Breite des zu trocknenden Papieres und einer Länge, welche sich nach dem zur Verfügung stehenden Raum und der Art des Papieres richtet. Für Papier, welches sehr schwierig zu trocknen ist, sollen 40m erforderlich sein. Dieses mit Dampf geheizte Rohr bildet den Boden eines oben offenen hölzernen Kastens, welcher, auf einer groſsen Zahl von Ständern ruhend, einen langen horizontalen Tisch darstellt. Das Papier wird durch entsprechend angeordnete Walzen über das Heizrohr weggezogen, wobei eine Reihe von Stäben den gewünschten Abstand sichern. Gleichzeitig wird mittels Ventilatoren über die nach oben gekehrte feuchte Papierseite Luft geblasen, um die Verdunstung zu beschleunigen. Nachdem das Papier die ganze Länge des Tisches durchlaufen hat, gelangt es, um einen geheizten Cylinder herum, auf die untere Seite des Heizrohres und bewegt sich, immer in der Nähe desselben bleibend, wieder an seinen Ausgangspunkt zurück.

Herstellung von Silicium haltigem Kupfer.

L. Weiller in Angoulême (D. R. P. Kl. 40 Nr. 20667 vom 19. April 1882) will in geschmolzenes Kupfer oder Bronze Stoffe einführen, welche durch ihre Einwirkung auf einander Natrium erzeugen können, damit dieses Silicium reducirt, welches sich mit dem Kupfer verbindet. Man erhitzt zu diesem Zweck ein Gemisch von 450 Th. Kieselfluorkalium, 600 Th. gestoſsenem Glas, 250 Th. Chlornatrium, 75 Th. kohlensaurem Natron, 60 Th. kohlensaurem Kalk, 500 Th. trockenem Chlorcalcium in einem Graphittiegel bis zu einer Temperatur, welche etwas unterhalb derjenigen liegt, bei welcher die genannten Stoffe auf einander einwirken. Bringt man nun das Gemisch so vorbereitet in das Kupfer- oder Bronzebad, so wirken die Stoffe in Folge der höheren Temperatur auf einander ein und es entsteht Silicium haltiges Kupfer bezieh. Bronze. Beide sollen namentlich zur Herstellung elektrischer Leitungsdrähte dienen.

Darstellung von Sprengpapier.

Ungeleimtes Papier wird nach F. J. Petry in Wien (D. R. P. Kl. 78 Nr. 21160 vom 20. Juni 1882) mit einem heiſsen Gemenge von 17 G.-Th. gelbem Blutlaugensalz, gelöst in 1500 Th. Wasser, 17 Th. Lindenkohle, 35 Th. raffinirtem Kalisalpeter, 70 Th. Kaliumchlorat und 10 Th. mit 50 Th. Wasser angerührter Weizenstärke bestrichen, getrocknet und geglättet. In Streifen geschnitten, wird es zu Patronen gerollt und verwendet.

Neuerungen in der Herstellung von Photographien.

Um Licht und Schatten auf den exponirten Gegenständen nach Belieben wechseln zu können, ohne an den Ateliereinrichtungen etwas ändern zu müssen, befindet sich nach W. Kurtz in New-York (D. R. P. Kl. 57 Nr. 20821 vom 30. Juli 1882) der zu exponirende Gegenstand und die Camera obscura auf einer um einen Zapfen drehbaren Scheibe, so daſs bei einer Drehung der letzteren die Camera obscura und der exponirte Gegenstand in derselben Lage zu einander bleiben.