Text-Bild-Ansicht Band 248

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Telephon in London.

Nach dem Electrician, 1883 Bd. 10 S. 363 bezieh. S. 458 hatte die United Telephone Company am 28. Februar 1881 in ihrem Londoner Amte 845 Theilnehmer; im J. 1882 war diese Zahl auf 1505 und am 28. März 1883 auf 2606 gewachsen. Die Gesammtzahl der Anrufe, welche in den Tagen vom 15. bis 21. Februar 1881, 1882 und 1883 durchschnittlich täglich 4451 bezieh. 9717 bezieh. 19021 betrug, stieg am 22. März 1883 über 20000 (vgl. 1883 247 472).

Elektrische Beleuchtung mittels galvanischer Batterien.

Da vor einiger Zeit in dem Comptoir d'Escompte in Paris eine gröſsere elektrische Beleuchtungsanlage mit galvanischen Batterien, nämlich Doppelchromsäure-Elementen von Jarriant und Grenet ausgeführt worden ist (vgl. Elektrotechnische Zeitschrift, 1882 S. 430 nach La Lumière électrique und Centralblatt für Elektrotechnik, 1883 * S. 249 nach L'Electricien), sind die Ergebnisse interessant, welche Trouvé in der Revue industrielle, 1883 S. 186 bei Versuchen mit seinen Elementen (vgl. S. 389 d. Bd.) erhalten hat. 2 Batterien von 6 Elementen bei Hintereinanderschaltung speisten 6 Swan-Lampen zu je 16 Kerzen. Die Stromstärke konnte während 4¼ Stunden constant auf 8 Ampère erhalten werden; dann sank sie in 1 Stunde 25 Minuten auf 5 Ampère herab. Die gesammte Arbeit in 1 Stunde belief sich auf 253350mk, also 0e,94. Verbraucht wurden:

Façonirtes Zink 1,463g im Werthe von 1,17 M.
Doppelchromsaures Kali 2,400 3,84
Schwefelsäure 7,200 1,15
––––––
6,16 M.

Mit Hinzurechnung der Bedienung der Lampen und Batterien kommt man von den 6,16 M. stündlich auf 7,20 M. für 6 × 16 = 96 Kerzenstunden, oder etwa 8 Pf. für 1 Kerze stündlich oder 64 Pf. für 1 Carcel. Für 1 Carcel verbrennt man 1051 Gas, welches in Paris jetzt 2,5 Pf. kostet.

Ueber die Verwerthung von Kanalwasser durch Berieselung.

Die Abflüsse aus der Stadt Darmstadt vereinigen sich in dem Bette des Darmbaches und dienen zur Bewässerung der 38ha umfassenden Pallaswiese. Der Graswuchs auf dieser Wiese ist in Folge der auſsergewöhnlich starken Zufuhr von Dungstoffen im Allgemeinen ein sehr üppiger und soll 1ha einen durchschnittlichen Reinertrag von etwa 300 M. bringen. Klaas zeigt nun im Gewerbeblatt für das Großherzogthum Hessen, 1883 S. 180, daſs die in der Ausführung begriffene Kanalisation der Stadt die Menge der abflieſsenden Wassermassen und der Dungstoffe wesentlich erhöhen muſs, so daſs das Kanalwasser zur Berieselung von etwa 200ha Sandboden, welche in westlicher Richtung 10 bis 30m tiefer als Darmstadt liegen, ausreicht. Da somit hier keine Pumpen zur Hebung des Kanalwassers erforderlich sind, so erwartet Klaas mit Recht, daſs diese Rieselfelder einen erheblichen Gewinn liefern werden, um so mehr diese bis jetzt mit Kiefern bepflanzte Fläche einen sehr geringen Ertrag gibt. (Vgl. 1883 247 459.)

Die Entbehrlichkeit des Eises in der Bierbrauerei.

Unter der Bezeichnung „Liquide Marcus“ wird von Paris aus eine Flüssigkeit in den Handel gebracht, welche nach J. P. Roux (Revue universelle de la brasserie, Nr. 473) der Würze zugesetzt, das Eis bei der Gährung ersparen, ja sogar das Eis in den Lagerkellern überflüssig machen soll. – Nach Mittheilung eines Braumeisters an die Allgemeine Zeitschrift für Bierbrauerei, 1883 S. 107 fiel ein damit gemachter Versuch sehr traurig aus. Es stellte sich dann heraus, daſs diese berühmte Flüssigkeit lediglich eine Lösung von Natriumbicarbonat war.

Herkules-Malzwein.

Dieses von Ch. Wolters in Philadelphia gebraute Bier hat nach A. Schwarz (Amerikanischer Bierbrauer, 1883 S. 141) nach Austreibung der Kohlensäure bei