Text-Bild-Ansicht Band 251

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mit Natron zersetzt und das Eisenoxyd mit Permanganat titrirt. Danach enthielt 1l Gaswasser:

Gesammtammoniak 20,45g
Gesammtschwefel 3,92
Schwefelammonium, NH4HS 3,03
Kohlensaures Ammonium, (NH4)2CO3 39,16
Chlorammonium, NH4Cl 14,23
Rhodanammonium, NH4CNS 1,80
Schwefelsaures Ammonium, (NH4)2SO3 0,19
Ammoniumthiosulfat, (NH4)2S2O3 2,80
Ferrocyanammonium, (NH4)4FeCy6 0,41

Ueber Kautschuk und dessen Verwendung.

Bei den elastischen Zahngebissen von J. Beutelrock in München (D. R. P. Kl. 30 Nr. 23047 vom 25. Juli 1882) ist der Gaumen aus weich vulkanisirtem Kautschuk hergestellt, während die Zähne in hartem Kautschuk stecken, aus welchem auch die Kaufläche besteht.

Nach H. M. F. Graf de la Tour du Breuil in Paris (D. R. P. Kl. 39 Nr. 22359 vom 3. Juni 1882) geschieht das Vulkanisiren der aus Kautschuk und Schwefel hergestellten Gegenstände in einem bis auf 140 bis 150° zu erhitzenden Chlorcalciumbade.

Zur Aufarbeitung alter Gummiwaaren werden nach A. W. Kent in Bloomingdale (Amerikanisches Patent Nr. 281769) die zerkleinerten Abfalle mit Wasser gemahlen und geschlämmt. Das Gummi trennt sich so von den specifisch schwereren Unreinigkeiten.

Ch. A. Burghardt macht im Journal of the Society of Chemical Industry, 1883 S. 119 geschichtliche Bemerkungen über Gewinnung und Verarbeitung von Kautschuk. An der Luft oxydirt sich der Kautschuk allmählich unter Bildung eines spröden, in Alkalien leicht löslichen, 27,3 Proc. Sauerstoff haltigen Harzes und einer harzartigen, bis 20 Proc. Sauerstoff haltigen, in Alkalien und Benzol unlöslichen Masse. Frisch vulkanisirter Kautschuk enthält etwa 3 Procent des ersten Harzes, aber nicht das letztere indifferente Harz. Guter Kautschuk enthält nicht mehr als 0,5 Proc. Wasser, spröde und hart gewordener 5 bis 10 Proc. Wasser, welches er bei 100 bis 120° abgibt. Mit dem allmählichen Hart- und Sprödewerden nimmt der Kohlenstoffgehalt des Kautschuks ab, der Sauerstoffgehalt wächst, wie nachfolgende Analysen zeigen; Probe I war gut, enthielt nur zu viel Schwefel, II bis IV waren mehr und mehr spröde, V sehr hart und spröde:

I II III IV V
Kohlenstoff 77,91 72,53 70,43 65,09 64,00
Wasserstoff 10,33 11,31 10,59 10,00 9,26
Schwefel 5,15 1,97 3,14 1,95 2,28
Sauerstoff 6,61 14,19 15,84 22,96 24,46
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100,00 100,00 100,00 100,00 100,00.