Text-Bild-Ansicht Band 253

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eine stetige langsame Drehung der Kugel zwischen den Spitzen auf der Planscheibe erfolgen muſs. Wird nun ein Stahl so angestellt, daſs er einen möglichst groſsen Kreis auf der Kugel wegnehmen würde, wenn dieselbe sich nicht auch zwischen den Spitzen drehte (ein gröſster Kreis kann es nicht sein, da ein solcher durch die Spitzen hindurchgeht), so wird bei dieser doppelten Bewegung der Kugel der Drehstahl in dicht an einander liegenden sphärischen Cylindern schlieſslich die ganze Oberfläche der Kugel bis auf die nächste Umgebung der Spitzen bearbeiten. Die Abbildung zeigt die Vorrichtung auf eine Specialmaschine angewendet; wie aus dem Gesagten hervorgeht, läſst dieselbe sich aber auch eben so bequem und rasch auf einer gewöhnlichen Drehbank anbringen und entfernen, wie eine Planscheibe oder ein Spannfutter, was ihre Verwendbarkeit bedeutend erhöht.

Herstellung von Federn für Eisenbahnfahrzeuge.

Mit Abbildung auf Tafel 6.

Zur Herstellung der Blattfedern für Eisenbahnfahrzeuge ist nach den Annales industrielles, 1884 Bd. 1 S. 522 von der Elsäſsischen Maschinenfabrik in Grafenstaden eine besondere Maschine gebaut worden, welche aus einem Walzwerke, zwei Scher- und einer Lochvorrichtung besteht. Zwischen den Walzen werden die auf beiläufige Länge zugeschnittenen Federblätter gegen ihre Enden hin verjüngt ausgestreckt, worauf dieselben zu den Scheren gelangen und hier entweder rund, oder nach einem Dreiecke abgeschnitten werden. Federblätter, welche behufs Befestigung der Tragbolzen gelocht werden müssen, kommen noch unter den Lochstempel.

Wie aus Fig. 5 Taf. 6 hervorgeht, wird von den Riemenscheiben R aus unter Vermittelung der Vorgelegewelle L und des Zahnrades J die 6mal gelagerte starke Welle H in Drehung versetzt, welche an 4 Stellen zwischen den Lagern excentrisch abgedreht ist. Bei M ist auf die erste derartig excentrische Stelle die Oberwalze des Walzwerkes festgekeilt, während an den 3 anderen Stellen bei O, P, Q die Pleuelstangen der Scher- und Lochvorrichtungen angreifen. Jede der drei letzt genannten Maschinen kann in bekannter Weise während des Umlaufes der Welle H in oder auſser Antrieb gesetzt werden.

Um verschieden starke Blätter zwischen den Walzen M und N an den Enden verjüngen zu können, sind die Lager der Unterwalze N, welche übrigens concentrisch gelagert ist und keinen besonderen Antrieb empfängt, durch keilförmige, mittels Schrauben verstellbare Einlagen in lothrechter Richtung verschiebbar angeordnet.