Text-Bild-Ansicht Band 253

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schlieſslich durch den Schornstein g. Der zweite Brenner f wird so gestellt, daſs gerade genug Luft, aber nicht mehr, als zur vollständigen Verbrennung nothwendig ist, in den Apparat gesaugt wird. Um denselben in Gang zu setzen, werden zuerst beide Deckel abgenommen, beide Brenner angezündet und dann die Deckel wieder aufgelegt.

Der kleine Ofen wird im Laboratorium eben so wohl zum Aufschlieſsen von Silicaten und Glühen von Niederschlägen im Platintiegel, als auch zu metallurgischen Schmelzversuchen aller Art Anwendung finden; er wird auch dem Goldarbeiter ein willkommenes Mittel bieten, um kleine Mengen von Edelmetall mit den geringsten Kosten zusammen zu schmelzen, und endlich sich in der Thonwaaren-Industrie zu allerlei Glüh- und Glasirversuchen mit Vortheil anwenden lassen. Die erzielte Temperatur miſst man am besten durch Metallpyrometer, d. s. Legirungen von Gold und Silber und von Gold mit Zusätzen von Platin, von 5 zu 5 Proc. steigend, welche man in gewalztem Zustande vorräthig hat und auf dem Deckel des Tiegels oder sonst in dem Ofen zum Schmelzen bringt. Bei gutem Gange soll nach 15 Minuten Silber, nach 20 Minuten Feingold, nach 40 Minuten eine Legirung von 90 Gold und 10 Platin geschmolzen sein.

H. Röſsler.

Neuerungen an Kalkbrennöfen.

Patentklasse 80. Mit Abbildungen auf Tafel 7.

E. A. Schott in Kreiensen (* D. R. P. Nr. 24654 vom 28. April 1883) empfiehlt zum Brennen von Kalk o. dgl. den in Fig. 3 und 4 Taf. 7 dargestellten Schachtofen, in welchem in das Innere vorspringend 4 dreiseitige Prismen a eingemauert werden, die etwa 50cm hoch über die Rostfläche r geführt und mit den je zwei parallel gegenüber stehenden Widerlagern versehen sind. Es werden nun zwischen den Widerlagern b von lagerhaften Kalksteinen die Bögen k aufgestellt, ebenso im rechten Winkel dagegen zwischen den rechwinkelig zu den ersteren stehenden Widerlagern f die Bögen l. Ueber diesen 4 Bögen werden zur Verengung des offenen Mittelraumes n längere Kalksteine m treppenartig übergedeckt, so daſs dieser Mittelraum in einiger Höhe, etwa bei o, bis auf etwa 20cm verengt ist. Dieses offene Mittelrohr o muſs oben von Kalksteinen überdeckt werden, weil ohne diesen Abschluſs die Feuergase durch Winddruck leicht nach unten durch die Feuerthüren ausströmen. Ringsherum unweit des Auſsenrandes werden gleichmäſsig vertheilt sechs oder mehr offene Züge p angelegt, welche von dem Feuerraume q an bis oben offen sind und oben einen Röhrenaufsatz haben. Ueber den Bögen k und l wird zwischen den Kalksteinen bis oben hin Brennmaterial gleichmäſsig vertheilt.

Das Brennen beginnt, indem das auf den Feuerrosten r an allen Stellen gleichmäſsig vertheilte Brennmaterial angezündet und das Feuer