Text-Bild-Ansicht Band 253

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Kolbens d kann man die Schmierung beliebig regeln, und zwar gestattet die Anordnung, da sich der Kühlraum c unterhalb der Kolbenfläche von d und unterhalb der die Dichtung des Kolbens d bewirkenden Stopfbüchse befindet, eine derartige Verkleinerung des Dampfraumes, daſs man denselben auf ein Kleinstes vermindern, ja auf Null stellen kann. Schraubt man nämlich den Kolben d so tief herunter, daſs dessen untere Fläche das Oel berührt, so ist kein Dampfraum mehr vorhanden.

In dem Boden des Kolbens d befindet sich das Ventil e, welches durch die verlängerte Spindel in dem Trichter f geführt und durch eine Feder geschlossen wird. Der Trichter f dient zum Einfüllen des Schmiermittels, indem man auf den Knopf der Ventilspindel drückt und dadurch das Ventil e öffnet. Die in dem Dampfraume c sich ansammelnde Luft wird ebenfalls durch einen Druck auf den Ventilspindelknopf entfernt.

Lethuillier und Pinel's Sicherheitsventil.

Mit Abbildungen auf Tafel 8.

Mit dem in Fig. 8 und 9 Taf. 8 abgebildeten Sicherheitsventile von Lethuillier und Pinel in Rouen (* D. R. P. Kl. 13 Nr. 26575 vom 26. Juli 1883) soll erreicht werden, daſs das Ventil erstens beim Wachsen der Dampfspannung über die festgesetzte Grenze sich verhältniſsmäſsig langsam hebt, also nicht plötzlich auffliegt, um die Möglichkeit einer Explosion zu vermeiden, daſs es aber zweitens bei einem geringen Ueberschusse über Grenzspannung genügend gestiegen ist (etwa bis auf ¼ des Durchmessers), um unter allen Umständen ein weiteres Anwachsen des Dampfdruckes zu verhindern. Ferner soll es auch langsam und zwar bei einem nur wenig unter der Oeffnungsspannung liegenden Drucke sich schlieſsen.

Zu diesem Zwecke ist über dem Sitze eine oben etwas eingeschnürte Kammer c und auf der Ventilspindel eine Scheibe b derartig angeordnet, daſs der zunächst in die Kammer c ausströmende Dampf von unten gegen die Scheibe b stöſst – mit um so gröſserer Heftigkeit, je weiter das Ventil gehoben, je gröſser also die Menge des ausströmenden Dampfes ist. Zur Führung dienen unten die im Gehäuse angebrachten Rippen a und oben die an die Spindel angegossenen Flügel b1, welche an dem nach innen vorspringenden Rande a1 des Gehäuses anliegen. Die Sitzfläche ist eben. Der Ventilsitz wird aus sehr harter Phosphorbronze, das Ventil selbst aus bester gewöhnlicher Bronze hergestellt, so daſs die Abnutzung hauptsächlich an dem letzteren stattfindet. Für die Drehpunkte des Hebels sind Stahlschneiden benutzt.

Der Chefingenieur Roland der Association normande des propriétaires d'appareils à vapeur hat mit einem derartigen Ventile von 50mm Durchmesser auf einem Kessel von 26qm Heizfläche Versuche angestellt,